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Sommersaison:Kreis Ebersberg: Baden in vielen Weihern bald wieder erlaubt

Badeleitern am Klostersee.

Noch verleiden die Eisheiligen das Abtauchen im Klostersee - doch das Strandbad darf auch in diesem Sommer genutzt werden.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Trotz der Coronakrise darf draußen gebadet werden. Kompliziert wird es aber dort, wo Eintritt verlangt wird.

In Poing ist die Badesaison offenbar bereits eröffnet: Bürgermeister Thomas Stark hat jedenfalls neulich schon einen Tollkühnen gesehen, der eine Runde im notorisch kalten Poinger Bergfeldsee gedreht hat, wie er erzählt. Doch auch sonst dürfen die Menschen im Landkreis darauf hoffen, dass das Coronavirus nicht die schönsten Sommervergnügungen verhindert: Strandbäder und gemeindliche Badeweiher dürfen geöffnet werden, sofern kein Eintritt verlangt wird und Auflagen beachtet werden. Das hat die Kommunalaufsicht nun den Gemeinden mitgeteilt. Man setze auf "die Vernunft und die Eigenverantwortung der Badegäste", heißt es dazu aus dem Landratsamt.

Dass es so schnell gehen würde, damit hatte man zumindest im Ebersberger Rathaus nicht unbedingt gerechnet. Bislang sei die Stadt davon ausgegangen, dass sie das Baden im Klostersee verbieten müsse, heißt es in einer Pressemitteilung. Dies hätte man mit entsprechenden Schildern regeln müssen, da eine komplette Sperrung des Sees nahezu unmöglich sei. Schilder mit verschiedenen Anweisungen wird man zwar trotzdem aufstellen müssen, doch die Badegäste dürfen kommen, unter einigen Voraussetzungen:

Umkleiden und Duschen dürfen nicht genutzt werden, die Toiletten hingegen schon. Warteschlangen am Eingang müssen verhindert und gemeinsam genutzte Einrichtungen - wie eben die Toilettenanlage und die Sportgeräte - sauber gehalten werden. Dass die Öffnung nun unter diesen Bedingungen möglich sei, sei eine "erfreuliche Botschaft", konstatiert Bürgermeister Uli Proske.

Auch am Poinger Badeweiher wird man sich im Sommer wie bisher erfrischen können, die Liegewiesen würden auch jetzt schon gerne genutzt, erzählt der Bürgermeister - natürlich mit entsprechenden Abständen. Ebenso hält man es nach Angaben von Bürgermeisterin Martina Lietsch in Steinhöring, hier wird man ebenfalls auf Schildern über die notwendigen Abstandsregeln informieren und das Bad voraussichtlich nächste Woche zugänglich machen.

In den Strandbädern gelten andere Regeln

Einer Runde im Weiher im Markt Schwabener Sportpark steht ebenfalls nichts mehr im Wege, auch die Sperrung der Liegewiesen wurde inzwischen aufgehoben, wie Sabrina Biertz aus der Gemeindeverwaltung erläutert. Allerdings appelliere die Gemeinde an die Bürgerinnen und Bürger, unbedingt Abstände einzuhalten und sich auf die neuen Bedingungen einzurichten. Auch die sanitären Anlagen direkt am See sind derzeit noch nicht zugänglich, hier kläre man gerade noch, wie man vorgehen müsse, erläutert Biertz. Allerdings können auch Badegäste die sanitären Anlagen im Turm am Sportpark nutzen.

Komplizierter ist es bei den Bädern, die normalerweise Eintritt erheben, sie gelten als Badeanstalten und nicht als Freizeiteinrichtungen, weshalb hier andere Regeln greifen. Doch auch diejenigen, die vorzugsweise die Sommertage am Steinsee verbringen, dürfen Hoffnung schöpfen. Karl-Heinz Wildmoser, der Chef des Strandbads mit zugehörigem Restaurant, tüftelt gerade an einem Konzept, das vorsieht, dass die Strandfläche öffentlich zugänglich wird, also anders als bisher kein Eintritt erhoben wird. Dafür habe er bereits grünes Licht vom Landratsamt bekommen, erklärt er, einen konkreten Zeitplan gebe es aber noch nicht. Das hängt zusammen mit dem zweiten - schwierigeren - Aspekt, nämlich der Öffnung des Restaurants mit der beliebten Sonnenterrasse. Hier müsse er noch konkrete Vorgaben aus dem Kabinett abwarten, so Wildmoser, man plane aber bereits, wie man die Besucher auf dem Gelände so führen könnte, dass sie Sicherheitsabstände gut einhalten können.

Auch Christine Gruber von der Wiesmühle in Glonn überlegt bereits, wie sie ihren lauschigen kleinen Biergarten und das Naturbad unter Einhaltung der Hygieneregeln öffnen könnte. Hier wird es wohl mit der Gastronomie schneller gehen als mit dem Badebetrieb, sagt sie. Dazu wie Bäder wie ihres betrieben werden könnten, habe sie jedenfalls noch keine Informationen. Auch auf Details zu den Öffnungsmodalitäten der Gastronomie wartet sie derzeit noch, Ideen hat sie aber schon einige, wie man die Besucher steuern und die Zugänge beispielsweise zu den Toiletten regeln könnte. Sobald es geht, will sie aber aufmachen, ihre Gäste hält sie auf der Homepage der Wiesmühle auf dem Laufenden.

Wer nach den Karpfen schauen will, die gern beim Strandbad am Kastensee vorbeischwimmen, und sich schon auf ein kühles Bier auf der kleinen Terrasse des Gasthauses freut, muss sich wohl noch etwas gedulden. Badbetreiber Manfred Lamm rechnet nicht damit, dass vor Mitte Juni geöffnet werden kann. Dass er nur die Freigastronomie öffnet - was ja theoretisch von nächster Woche an möglich ist -, nicht aber den Badebetrieb, hält er eher für nicht praktikabel: "Strandbad und Strandcafé gehören zusammen." Auch er warte noch ab, welche Vorschriften im Detail auf die Betreiber zukommen, erklärt Lamm. Bei einem ist er sich aber jetzt schon sicher: "Das wird auf jeden Fall eine problematische Saison. Normalität wird sich kaum einstellen - ob es nun so kalt ist wie jetzt oder 30 Grad hat."

Auch im Freibad Grafing bleiben die Tore vorerst geschlossen, bisher weiß Bürgermeister Christian Bauer auch nicht, wann sich das ändern könnte. Entsprechende Vorgaben fehlten bislang noch, doch wenn die Stadt grünes Licht bekommt, kann es auch sehr schnell gehen: Alles ist bereit, nur noch die Wassertemperatur müsste auf besucherfreundliche Temperaturen hochgeheizt werden - schließlich sind nicht überall die Badegäste so hartgesotten wie die am Poinger Weiher.

© SZ vom 14.05.2020/koei

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