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Landkreis Ebersberg:FDP fordert mehr Corona-Tests

Kreisvorstand kritisiert, dass Kapazitäten nicht genutzt werden

Corona Abstrich Diagnostikzentrum Ebersberg

Im Diagnostikzentrum im früheren Kreissparkassengebäude könnten bis zu 240 Proben täglich genommen werden. Am vergangenen Mittwoch waren es aber nur 33.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Der FDP-Kreisvorstand fordert, die Anzahl der Corona-Tests im Landkreis Ebersberg deutlich zu erhöhen. Denn gegenwärtig geht die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Landkreis zwar zurück, aber es wird auch immer weniger getestet. Im Diagnostikzentrum im früheren Sparkassengebäude beispielsweise wurden am vergangenen Mittwoch nur 33 Tests ausgeführt, theoretisch könnten hier täglich bis zu 240 Proben genommen werden. Zu Beginn der Corona-Pandemie waren es meist mehr als 150 Tests täglich. "Was auf den ersten Blick logisch erscheint, ist aber fatal - denn das Coronavirus ist immer noch da", betont die FDP in einer Pressemitteilung vom Sonntag.

"Eine Voraussetzung für die Lockerungen und den Weg zurück zu unseren gewohnten Freiheiten war neben den Abstandsregeln die Erhöhung der Tests", so der FDP-Kreisvorsitzende Alexander Müller. "Der Kreis hat diese Testkapazitäten aufgebaut, nur er nutzt sie nicht." Gegenwärtig werde nur bei konkreten Verdachtsfällen getestet.

"Der größte Feind unserer Freiheit ist gegenwärtig der Leichtsinn"

Die Kreis-FDP fordert daher nun systematische Coronatests bei allen stationären und ambulanten Pflegekräften, dem medizinischen Personal und den unmittelbaren Kontaktpersonen von Corona-Neuerkrankten. Eventuell nicht von den Krankenkassen übernommene Kosten sollten Bund und Freistaat übernehmen, "statt über unsinnige Abwrackprämien oder Urlaubsgutscheine nachzudenken", wie die FDP in ihrer Pressemitteilung anmerkt. Auch eine weitere Ausdehnung der Tests, beispielsweise auf das Personal in Kitas und Kindergärten wäre sinnvoll. "Unsere Sicherheit und Freiheit muss uns diese Tests wert sein", so Alexander Müller. "Der größte Feind unserer Freiheit ist gegenwärtig der Leichtsinn".

© SZ vom 25.05.2020 / SZ/moo

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