Der Weg zur eigenen Immobilie (8) Wie man zu Geld kommt

Er ist nicht totzukriegen, der gute alte Bausparvertrag. Und nach dem Ableben der Eigenheimzulage hat der Staat eine neue Finanzierungsoption ins Feld geschickt.

Von Andreas Schätzl

Der Bausparvertrag ist ein klassischer Weg zur Finanzierung des Eigenheims - auch wenn viele Kunden ihn oft gar nicht mehr dafür, sondern als Kapitalanlage einsetzen. Die Bausparkassen bieten mittlerweile viele unterschiedliche Tarife an, aber am Prinzip hat sich deshalb nichts geändert: Der Abschließer muss eine bestimmte, zum Vetragsabschluss festgelegte Summe ansparen, um einen Anspruch auf ein Darlehen zu erwerben.

Der Bausparer zahlt monatlich eine feste Summe auf sein individuelles Konto ein. Dafür erhält er Zinsen. Diese sind normalerweise für die Gesamtlaufzeit des Vertrags festgelegt und orientieren sich im Wesentlichen an der allgemeinen Zinssituation zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses, sind also derzeit (Stand Februar 2010) nicht besonders hoch. Wer sich von Anfang an sicher ist, das künftige Darlehen für eine Immobilie einzusetzen, sollte sich vor der Vertragsunterzeichnung einen Spar- und Tilgungsplan ausarbeiten lassen.

Wer hingegen nicht unbedingt das Darlehen in Anspruch nehmen will, sollte auf einem Vertrag beharren, der bei Verzicht darauf das Guthaben rückwirkend höher verzinst. Wer den Kredit der Bausparkasse nicht (mehr) braucht, kann dennoch weitersparen und die Zinsen kassieren. Auch wenn die Anbieter es oft nicht gerne sehen, ist dieses Vorgehen vor allem bei älteren, höher verzinsten Verträgen durchaus lohnend.

Wenn der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, erhält der Kunde in der Regel die Bausparsumme ausbezahlt; diese besteht aus dem Guthaben und dem Darlehen. Für die Zuteilungsreife muss allerdings ein vorher festgelegtes Mindestguthaben zu einem bestimmten Stichtag verfügbar sein. Meist sind das 40 Prozent der vereinbarten Bausparsumme.

Wenn der Bausparer das Darlehen abruft, hat er einen Vorteil: Der Zins hierfür liegt fest. Dafür geht es jetzt hurtig ans Tilgen. Abgesehen davon, dass optimalerweise der Immobilienkauf und die Auszahlung der Baupsarsumme zusamenfallen sollten - was aber keineswegs immer der Fall ist -, muss man davon ausgehen, dass die Tilgung ziemlich schnell über die Bühne geht. Acht bis elf Jahre sind die Regel, bei einem monatlichen Tilgungsbetrag von meistens sechs Promille der gesamten Bausparsumme.

Nicht unterschätzen sollte man schließlich, dass es auch im Rahmen von Bausparverträgen unterhalb bestimmter Einkommensgrenzen (25.600 Euro für Alleinstehende, 51.200 Euro für Verheiratete - jeweils zu versteuerndes Einkommen) vom Staat eine Wohnungsbauprämie gibt. Diese beträgt jährlich maximal 45,06 Euro bzw. 90,11 Euro.