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Kommunalwahl in Weichs:Der Avantgardist

In der 3500-Einwohner-Gemeinde Weichs ist der Weg zu einer modernen Kommune eingeschlagen. Und dieser Pfad soll auch nach der Kommunalwahl 2020 erfolgreich fortgesetzt werden.

(Foto: Toni Heigl)

Bürgermeister Harald Mundl gilt in Weichs als Vorreiter einer zukunftsfähigen Gemeinde. Er tritt ohne Gegenkandidaten an.

"Der Weichser Weg", so lautet das Motto von Bürgermeister Harald Mundl und dessen Weichser Bürgervertretung (WBV) für die Kommunalwahl am 15. März. Dass dieser Weg seit zwölf Jahren erfolgreich ist, wird mit Mundls erneuter Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten mehr als deutlich. Und nach seiner Wiederwahl 2020 wird es die dritte, und wie der heute 56-Jährige mehrmals betont hat, auch seine letzte Amtsperiode sein. Mundls Wiederwahl ist sicher, denn während 2008 noch Vizebürgermeister Martin Hoffmann (CSU) um den Chefsessel im Rathaus kandidiert hatte und sechs Jahre später FW-Vorsitzender Werner Dornstädter, ließ sich für die Wahl 2020 kein Gegenkandidat mehr aufstellen.

2007 hat der politische Quereinsteiger Harald Mundl mit Gleichgesinnten die WBV gegründet, um als neue Gruppierung Akzente in der Gemeinde setzen zu können. Bei den Kommunalwahlen 2008 haben sich die Wähler dann auch ganz bewusst dafür entschieden, in der Zukunft einen anderen Weg gehen zu wollen. Damals zogen vier WBV-Vertreter in den Gemeinderat ein, 2014 kamen noch zwei hinzu. Die Weichser Bürgervertretung will von 2020 an nicht nur stärkste politische Gruppierung im Gemeinderat bleiben (sechs Sitze plus Bürgermeister), sondern diese Position noch ausbauen. Hierzu stehen 14 neue Ratskandidaten zur Verfügung, die sich aus Vertretern aller Bürgerschichten und Ortsteile zusammensetzen.

Seit Gründung der WBV habe sich in der Weichser Kommunalpolitik vieles zum Positiven verändert, sagt Mundl. Der bei der Kommunalwahl 2008 eingeleitete Wandel sei demnach absolut der richtige Weg gewesen. In diesem Kontext betonte er, "dass die WBV die einzige Wählergruppe ist, die sich ausschließlich um die Belange der Gemeinde kümmert und sich nicht mit politischen Hierarchien auseinandersetzen muss". Zudem stellt Mundl die "sehr gute Zusammenarbeit" unter den vier Gruppierungen im Gemeinderat heraus. Darüber hinaus will er sich wieder als parteifreier Kandidat auf die Kreistagsliste aufstellen lassen.

In seiner ersten Amtsperiode von 2008 an hat Mundl den Neu- beziehungsweise den Umbau des Sport- und Bürgerhauses realisiert, einen Abenteuerspielplatz initiiert sowie die Erweiterung des Gewerbegebietes auf den Weg gebracht. Wie beliebt der Bürgermeister in der Gemeinde ist, hat auch sein überwältigender Sieg von mehr als 90 Prozent bei der Kommunalwahl 2014 gezeigt. Seine zweite Amtszeit war dann geprägt von der Bebauung des neuen Wohngebietes Aufhausener Feld mit rund 70 Parzellen für mehr als 300 Neubürger und die Ansiedlung eines Markendiscounters. Angepackt hat Mundl auch den Hochwasserschutz in der 3500-Einwohner-Gemeinde sowie die Sanierung des Kanalsystems. Er hat zudem den DSL-Ausbau vorangebracht, so dass sämtliche Ortsteile mit einem schnelleren Internet versorgt wurden. Insbesondere liegt dem dreifachen Familienvater die Förderung der Jugend am Herzen, wie auch die Gründung des Jugendrates 2015 beweist.

Harald Mundl geht ein letztes Mal für die Weichser Bürgervertretung ins Rennen.

(Foto: Toni Heigl)

Als sein "Leuchtturmprojekt" bezeichnet Mundl das neue Kinderhaus neben der Schulturnhalle, mit dessen Neubau im Herbst 2019 begonnen wurde. In dieser zentralen Betreuungseinrichtung für Kinder und Jugendliche werden Räume für einen Kindergarten, eine Kinderkrippe, einen Kinderhort sowie der Gemeindebücherei geschaffen. Die Gesamtkosten sind auf rund elf Millionen Euro veranschlagt. Wegen dieses Großprojekts sei der finanzielle Spielraum für die nächsten Jahre ziemlich begrenzt, sagt Mundl, sodass "größere Investitionen vorerst auf Eis gelegt werden müssen". Hierbei dürfte die Verschönerung der Ortsmitte allerdings nicht gemeint sein. Auf diesem gemeindeeigenen Grundstück zwischen Freisinger- und Birkenstraße sollte 2015 mit einem Neubau des Rathauses begonnen werden. Doch aufgrund dringender Raumprobleme im Kinder- und Jugendbereich war die Gemeinde gezwungen, das Vorhaben zurückzustellen. Dieses bislang ungenutzte Areal könnte als Treffpunkt für Bürger jeden Alters mit Sitzbänken ausgestattet und als Wochenmarkt genutzt werden. Bis zur endgültigen Entscheidung über die Nutzung sollen die Bürger selbst ihre Ideen einbringen und in Absprache mit der Verwaltung eigene Projekte entwickeln.

Ein besonderes Anliegen ist es dem Bürgermeister, den Ausbau von sicheren Radwegen für Kinder und Erwachsene voranzubringen. Als Ziel wünscht er sich, jeden Ortsteil mit einem gefahrlosen Radweg zum Hauptort zu verbinden und möglichst viele Verbindungen mit den Nachbargemeinden zu schaffen. In diesem Kontext spricht sich Mundl für die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs, die Verkehrsanbindung zu den S-Bahnstationen in Pasenbach oder Petershausen und den Ausbau des MVV-Ruftaxis aus.

Er lobt insbesondere das Vereinsleben in Weichs, das die Integration und das Miteinander von Bürgern fördert. Deshalb will er alle Interessierten unterstützen und begleiten, die neue, kreative Vereine gründen möchten. Ein weiteres Anliegen von Harald Mundl ist die öffentliche Wertschätzung von ehrenamtlich tätigen Bürgern durch Ehrenbürgerschaften und andere Auszeichnungen.

Der Countdown zur Kommunalwahl am 15. März läuft. Wie sind die politischen Gegebenheiten im Landkreis Dachau? In einer Serie nimmt die SZ Dachau jede der 17 Kommunen gesondert in den Blick.

© SZ vom 27.02.2020

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