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SZ-Adventskalender:Gegen die Härte des Lebens

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Der SZ-Adventskalender ist in der Corona-Krise für notleidende Menschen da - und unterstützt auch caritative Vereine, Organisationen und Institutionen

Als hätten Menschen, mit denen es das Schicksal ohnehin schlecht meint, nicht schon genug Sorgen. Die Corona-Krise trifft jene, die eine schwere Krankheit, plötzliche Arbeitslosigkeit, den Verlust der Wohnung oder eine andere Härte des Lebens erfahren, mit besonderer Wucht. Vereine, Organisationen und Institutionen im Landkreis kümmern sich trotz Virus weiter - allerdings unter erschwerten Bedingungen. Anita Niedermeier, Geschäftsführerin des SZ-Adventskalenders, liegen erste Hilfsanträge vor, deren Bedarf sich durch die Auswirkungen der Pandemie erst ergeben haben.

Die Diakonie Oberland etwa, die seit Jahren Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützt, hat für Einzelfallhilfen zusätzliche Spendengelder beantragt. Außerplanmäßige Hilfe braucht auch der Ambulante Hospizdienst Gauting. Dessen Mitarbeiter dürfen derzeit keine Patienten mit öffentlichen Verkehrsmitteln besuchen. Nun konnte für vier Wochen kostenfrei ein Auto gemietet werden, am Kauf eines Fahrzeuges wird sich der Adventskalender mit einer fünfstelligen Summe beteiligen. Niedermeier geht davon aus, dass noch viel mehr Hilfsanfragen kommen.

Der Fürstenfeldbrucker Verein "Frauen helfen Frauen" stellt bereits fest, dass das Geld an allen Ecken und Enden fehlt. Wie Beraterin Anne Stelzer berichtet, musste der Verein Laptops anschaffen, damit die Mitarbeiterinnen im Home-Office arbeiten können. Aber auch zusätzliche Software werde notwendig, um neue Kanäle wie eine anonyme Chat-App für die Beratung einzurichten, die den Datenschutzrichtlinien genügt - und nicht nachvollziehbar ist, weil gewalttätige Ehepartner die Online-Aktivitäten ihrer Frauen häufig kontrollierten. Im Gegenzug sind die Spendeneinnahmen des Vereins weggebrochen. "Es finden keine Veranstaltungen mehr statt, aus denen wir Spenden generiert haben", sagt Stelzer.

Das Problem sieht auch Fürstenfeldbrucks Landrat Thomas Karmasin. In der derzeitigen Ausnahmesituation seien gerade soziale Organisationen auf Hilfen angewiesen, da diese Hilfe anbieten, wo sie gebraucht wird, wiederum aber die zu den staatlichen und kommunalen Unterstützungen notwendigen Eigenmittel nur noch erschwert aufbringen könnten.

Aber auch Einrichtungen der Behindertenhilfe etwa, deren Finanzierung zunächst bis Ende der Osterferien durch den Bezirk Oberbayern gesichert ist, blicken mit Sorge in die Zukunft. Michael Schwaiger, Geschäftsführer der Lebenshilfe Freising, musste unter anderem Restaurant und Tagungshaus schließen. "Schlimmstenfalls müssen wir auf staatliche Hilfen hoffen", sagt er. Gertrud Hanslmeier-Prockl, Leiterin des Einrichtungsverbundes Steinhöring mit Tagesstätten, Wohngruppen und Werkstätten in den Landkreisen Ebersberg und Erding, hofft, dass die Auftraggeber, die Bestellungen stornieren mussten, nach der Corona-Krise zurückkehren. Besonders belastet seien aber Familien, deren Angehörige mit Behinderung nun zuhause bleiben müssen.

Ebersbergs Landrat Robert Niedergesäß macht sich Sorgen um die Rentnerinnen und Rentner, die aus Scham nicht zum Sozialamt gingen, obwohl sie einen Anspruch auf Grundsicherung hätten. "Deren 450-Euro-Jobs werden wohl die ersten sein, die gefährdet sind und wegfallen. Das wird diesem Personenkreis schwer zu schaffen machen." Das plagt auch den Dachauer Landrat Stefan Löwl: "Vor allem ältere Menschen befinden sich in Isolation, weil niemand sie besuchen darf und fest eingeplante Zweiteinkommen durch Nebenjobs ersatzlos wegfallen." Da stimmt der Eindruck von Anita Niedermeier zumindest etwas beruhigend. "Es haben sich schon SZ-Leser gemeldet, die für die Menschen, die durch Corona in Not geraten sind, spenden wollen oder gespendet haben."

© SZ vom 11.04.2020

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