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Dachau:ASV will neue Sporthalle bauen

Georg-Scherer-Halle

Ein Sorgenkind des ASV Dachau ist die Georg-Scherer-Halle. Das Gebäude ist sanierungsbedürftig und erfüllt die Auflagen des Brandschutzes nicht.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Der Verein hat seine Pläne schon der Stadt vorgestellt - und setzt auf eine Zusammenarbeit mit Ganztagsschulen.

Steigende Mitgliederzahlen und akute Raumnot - die Sportanlagen des ASV Dachau platzen aus allen Nähten. Der Verein verfolgt deshalb weiter sein Ziel, das Gelände zu erweitern und eine neue Halle zu bauen. Als Standort für den Hallenneubau ist das Areal der Tennisanlage im Gespräch. Sie müsste verlagert werden und könnte nach den Vorstellungen des Vereins südlich des Geländes der Tennisfreunde neu entstehen. "Die jetzige Tennisanlage ist der einzige Standort, der wahrscheinlich alle Kriterien für einen Neubau erfüllen kann", sagte Vorsitzender Rudi Scherer auf der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend. Der ASV hat seine Zukunftspläne mittlerweile im Stadtrat vorgestellt. "Es gibt konstruktive Gespräche mit dem Verein", bestätigte Oberbürgermeister Florian Hartmann auf der Versammlung.

Bevor der Verein in konkrete Planungen eintritt, muss noch eingehend geprüft werden, ob die neue Halle an dem ins Auge gefassten Standort realisiert werden kann. Auflagen gibt es durch den Hochwasserschutz, auch Vorgaben des Immissionsschutzes müssen beachtet werden. Dem Stadtrat liegt ein Antrag des ASV Dachau vor, dass die Stadt die Kosten für vorbereitende Planungsarbeiten übernehmen soll. Scherer trat Befürchtungen im Verein entgegen, dass die Tennisabteilung wegen des Hallenneubaus aufgelöst werde. "Wir suchen eine anständige und zukunftsfähige Lösung", betonte er. Aus Sicht des Vorstands könnte sie so aussehen: Südlich des Geländes der Tennisfreunde werden sechs neue Plätze gebaut, sechs Plätze der Tennisfreunde könnten die Mitglieder der beiden Vereine gemeinsam nutzen, ebenso die sanitären Anlagen und die Gaststätte des Nachbarvereins.

Abbau der Schulden hat Vorrang

Klar ist für die Verantwortlichen des ASV aber auch, dass der Abbau der Schulden zunächst Vorrang hat. Zum Ende des Jahres 2014 betrugen sie 1,5 Millionen Euro. Und beim Neubau einer Halle setzt der ASV auf eine nachhaltige Unterstützung der Stadt. "Wir müssen beim Bau der Halle neue Wege gehen und können keine hohen Schulden mehr machen", sagte Schatzmeister Ernst Burgmair. "Wenn die Halle zehn Millionen Euro kostet und der Verein eine Million übernehmen muss, wird die Halle mit mir nicht gebaut." Im vergangenen Jahr erzielte der Verein einen Überschuss von 200 000 Euro, mit dem langfristige Schulden getilgt werden. Das Ergebnis ist vor allem eine Folge der steigenden Mitgliederzahlen. Um die Mitgliedsbeiträge stabil zu halten, wurde der Haushalt 2016 "auf Kante genäht", wie Burgmair erklärte. Der Haushalt weist ein Ergebnis von 155 000 Euro aus. Auch dieses Geld wird für die Tilgung der Schulden verwendet.

Vorsitzender Scherer verwies in seinem Bericht darauf, dass die Mitgliedsbeiträge 44 Prozent der Einnahmen ausmachen. Der zweitgrößte Anteil wird durch Kostenerstattungen und Zuschüsse der Stadt erzielt. "Hier wird deutlich, dass ein Verein unserer Größe ohne die Hilfe der öffentlichen Hand nicht lebensfähig wäre", sagte Scherer. Auf der anderen Seite sei der Verein bereit, weitere Aufgaben der Stadt zu übernehmen. Der ASV will sich künftig noch stärker den Schulen öffnen, die für ihr Ganztagsangebot eine Betreuung suchen. Die Schüler nutzen nachmittags die Sportanlagen, der Verein stellt dafür auch Personal bereit. Mit der Montessori-Schule gibt es bereits eine Zusammenarbeit, eine weitere Kooperation ist mit der benachbarten Mittelschule Dachau-Süd geplant. "Schulen und Sportverein, das passt gut zusammen", sagte Oberbürgermeister Hartmann. "Die Stadt unterstützt das."

© SZ vom 19.11.2015/gsl
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