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Straßenbauprojekt:Anwohner starten Online-Petition für Radweg nach Glonnbercha

Zu eng und viel befahren: Die Straße von Petershausen nach Glonnbercha ist vielen Radfahrern zu gefährlich.

(Foto: Toni Heigl)

Seit Jahren liegen Pläne für einen Radweg von Petershausen nach Glonnbercha in der Schublade. Passiert ist nichts, bis jetzt.

Weit ist es nicht von Glonnbercha hinüber nach Petershausen, keine zwei Kilometer lang ist die Strecke von dem kleinen Dorf bis zu den Geschäften, dem S-Bahnhof, Kindergarten, Sportverein oder der Schule im Hauptort. Trotzdem nehmen die Bürger von Glonnbercha für jeden Weg das Auto. Mit dem Fahrrad ist es den meisten viel zu gefährlich auf der viel befahrenen, engen Straße.

Ein Radweg ist deshalb schon seit Jahren im Gespräch, scheiterte bisher aber daran, dass einer der Grundeigentümer entlang der Strecke die notwendigen Flächen nicht verkaufen will. Nun aber tut sich eine neue Option auf: Wenn der Radweg - statt wie bisher vorgesehen südlich der Fahrbahn - nördlich der Straße geplant wird, dann ließe der betroffene Landwirt mit sich reden.

Die Anwohner wollen jetzt "nicht mehr locker lassen"

Die Anwohner von Glonnbercha wollen jetzt "nicht mehr locker lassen", wie Dietrich Lange betont. Als einer von 95 Bewohnern des Dorfes hat er gemeinsam mit einigen Mitstreitern eine Internetseite erstellt, eine Online-Petition gestartet und geht von Haus zu Haus, um Unterschriften zu sammeln. Alles mit dem Ziel, dass endlich der Radweg gebaut wird.

"Der jetzige Zustand und das gestiegene Verkehrsaufkommen insbesondere durch LKW und große landwirtschaftliche Fahrzeuge sind auf der engen Straße nicht mehr hinnehmbar und sowohl für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger in hohem Maße gefährlich", so Lange. Die Staatsstraße 2054, die von Petershausen nach Glonnbercha und dann weiter nach Hohenkammer im Landkreis Freising führt, ist zu schmal für den stetig wachsenden Verkehrsstrom und zudem in schlechtem Zustand. Das staatliche Straßenbauamt in Freising plant deshalb seit langem eine Straßensanierung plus Verbreiterung. Gleichzeitig soll parallel zur Fahrbahn ein Geh- und Radweg entstehen. Und zwar nach bisherigen Überlegungen südlich der Straße. Denn dort könnte die neue Strecke anschließen an den bestehenden Weg, der in Petershausen schon bis zum Ortsausgang in der Siedlung Am Wendelstein führt. Im weiteren Verlauf Richtung Freising ergibt sich auf dieser Seite in Hohenkammer ein Anschluss ans Radwege-Netz.

In trockenen Tüchern ist der Radweg aber noch nicht

Fertige Pläne liegen seit zehn Jahren in der Schublade. Allerdings sei das Vorhaben in den vergangenen Jahren nicht vorangekommen, sagt der Leiter des staatlichen Straßenbauamts in Freising, Hans Jörg Oelschlegel. "Wir waren mit dem Grunderwerb nicht erfolgreich." Da es nun Signale gebe, dass die Flächen für einen Geh- und Radweg auf der nördlichen Fahrbahnseite eher zu haben sein könnten, wird die Behörde sich diese Variante ansehen, neu planen und mit den Grundbesitzern sprechen.

In trockenen Tüchern ist der von den Bürgern gewünschte Weg damit aber noch nicht. Denn, das betont Hans Jörg Oelschlegel ausdrücklich, "der Schlüssel ist der Grunderwerb". Ein Stichwort, bei dem sich Petershausens Bürgermeister Marcel Fath (FW) aufregen kann. Egal welches Verkehrsprojekt anstehe, "immer gibt es einen Eigentümer oder zwei, drei, die sich dagegenstellen", sagt Fath. Das Gemeinwohl zähle wenig, "das Eigenwohl siegt überall." Genau deshalb ist der Bürgermeister in Sachen Geh- und Radweg nach Glonnbercha "noch nicht euphorisch", wie er sagt. Auch wenn er die engagierten Bürger sowie ihre Petition unterstütze.

Staatstraße 2054 in schlechtem Zustand

Die Anwohner aus Glonnbercha drücken nicht ohne Grund aufs Tempo. Die Petition samt gesammelten Unterschriften wollen sie bereits am Dienstag, 23. Juli persönlich in Freising abgeben. Ihre Sorge: Ewig wird sich das Straßenbauamt nicht mehr gedulden. Wenn es jetzt nicht zügig klappt mit den Grundstücken und einer neuen Planung, könnte die marode Straße saniert werden, ohne dass ein Geh- und Radweg gebaut wird. Zwar verfolge man definitiv das Ziel, so Amtsleiter Oelschlegel, Straße sowie Geh- und Radweg gemeinsam anzupacken. Allerdings sei die Fahrbahn der Staatsstraße 2054 in so schlechtem Zustand, "dass wir vorankommen müssen."

Die Initiatoren der Petition um Dietrich Lange bleiben optimistisch. Schließlich ist der Radweg nicht nur für Glonnbercha wichtig, auch Hohenkammer hätte diese Verbindung gerne als sichere Strecke zum S-Bahnhof in Petershausen. Und von Hohenkammer aus wiederum hätten Radler Anschluss zu Radwegen bis nach Pfaffenhofen im Norden, Freising im Osten und über Fahrenzhausen bis München im Süden. Lange sagt: "Wenn Bayern grüner werden will, wäre jetzt die Chance."

Informationen zum Radweg Glonnbercha-Petershausen und die Petition finden sich unter radweg-petershausen.com.