München/Dachau:Angestellte bei MAN bekommen Arbeitsplatzgarantie

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Die Beschäftigung für Tausende Mitarbeiter ist bis 2025 sichergestellt, Produktionsstandorte und Aufgaben bleiben erhalten.

Die Beschäftigten des Nutzfahrzeugherstellers MAN Truck & Bus erhalten eine Arbeitsplatzgarantie bis mindestens 2025, das teilte der Pressesprecher des MAN-Betriebsrats Michael Tibudd am Donnerstag mit. MAN hat Standorte in Dachau und Allach, ein Großteil der 9500 Beschäftigten lebt im Landkreis Dachau. Zu der Beschäftigungsgarantie bekannten sich Unternehmensführung und Gesamtbetriebsrat auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung in München. Die Vereinbarung verlängert sich automatisch bis zum Jahr 2030, wenn sie nicht zuvor gekündigt wird. Damit verleihen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite der Langfristigkeit dieser Vereinbarung Nachdruck. Darüber hinaus sichert MAN Truck & Bus umfassende Investitionen in die Entwicklung zukünftiger Produkte und Komponenten zu.

Die Vereinbarung wurde in Folge der neu geordneten Zusammenarbeit von MAN und Scania geschlossen. Volkswagen hatte 2011 erst MAN und 2015 den schwedischen Nutzfahrzeughersteller Scania übernommen. Im Mai 2015 wurden Scania, MAN Truck & Bus und MAN Latin America, das seine Produkte hauptsächlich unter der Marke Volkswagen Caminhões e Ônibus vertreibt, unter dem Dach der Volkswagen Truck & Bus GmbH gebündelt. Der Konzern erhofft sich dadurch langfristig Einsparungen von bis zu einer Milliarde Euro im Jahr.

Zufriedener Betriebsrat

Diese Sparziele beunruhigten den Betriebsrat. Nun aber steht fest, dass alle Arbeitsplätze erhalten werden sollen. Auch die Aufgabenverteilung ist klar: "Bei der zukünftigen Zusammenarbeit von MAN und Scania ist außerdem sichergestellt, dass die Produktionsstandorte und deren Aufgaben unberührt bleiben. MAN wird weiter alle Umfänge für MAN produzieren, genauso wie Scania für Scania", erklärt Saki Stimoniaris, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der MAN Truck & Bus AG. Unter dem Dach von Volkswagen Truck & Bus werden die Marken zukünftig gemeinsam Komponentenplattformen entwickeln. Dabei hat jeweils eine der Marken die Entwicklungshoheit bei klar definierten Plattformen für Motoren, Getriebe, Achsen und Abgasnachbehandlungssysteme.

Stimoniaris ist mehr als zufrieden: "Die getroffenen Vereinbarungen geben uns als Belegschaft große Sicherheit. Auf diese Weise können wir den Weg des Konzerns mitgehen. Wir können voll Zuversicht in die Zukunft schauen."

Joachim Drees, Vorsitzender des Vorstands der MAN Truck & Bus AG, erklärte, man wolle gemeinsam mit Scania und Volkswagen Caminhões e Ônibus im nächsten Jahrzehnt an die Spitze der Nutzfahrzeugindustrie aufrücken. In Südamerika hatte der Konzern zuletzt wegen Wirtschaftskrisen mit rückläufiger Nachfrage zu kämpfen. Das Halbjahresergebnis fiel dennoch positiv aus und lag sowohl für MAN als auch für Scania über Vorjahresniveau. Der Grund wird auch in strukturellen Veränderungen gesehen. "Mit unserem Zukunftsprogramm bringen wir MAN zurück auf die Spur", sagte Drees. Man habe "nun genau die Mannschaft an Bord, die wir für ein erfolgreiches Wachstum brauchen".

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