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Zum Durchsetzen der Hygienevorschriften:Polizei setzt Reiterstaffel am Karlsfelder See ein

Sommer im Englischen Garten, 2019

Noch kennt man die auf Pferden patrouillierende Polizei vor allem aus dem Englichen Garten in München.

(Foto: Robert Haas)

Berittene Einheiten sollen ab Freitag am Seeufer patrouillieren und die Einhaltung des Mindestabstands kontrollieren

Von Julia Putzger, Karlsfeld

Besonders an heißen Wochenenden spitzt sich die Lage am Karlsfelder See zu: Da die Freibäder im Landkreis derzeit nicht geöffnet haben, suchen noch mehr Bürger als gewöhnlich nach Abkühlung am beliebten Badesee. Allerdings gelten weiterhin die Anordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus: Also unter anderem die Einhaltung des gebotenen Mindestabstands von eineinhalb Metern, keine Treffen mit mehr als zehn Personen und ein Verbot zum Grillen und Feiern im öffentlichen Raum. Ob die Vorschriften eingehalten werden, wird von der Polizei kontrolliert. Doch obwohl die Einsatzkräfte regelmäßig patrouillieren, halten sich nicht alle an die Vorschriften. Deshalb soll nun eine reitende Einheit zum Einsatz kommen.

"Das macht einfach mehr Eindruck", erklärt der Dachauer Polizeihauptkommissar Günther Findl. Auf Pferden seien die Einsatzkräfte präsenter, weshalb Findl hofft, dass die Badegäste sich dann besser an die Regeln halten. "Es ist ein Versuch", fügt der Kommissar hinzu. Besonders häufig werde derzeit vor allem das Grillverbot ignoriert. An anderen Badeseen im Landkreis, wie etwa dem Waldschwaigsee, ist die Polizei ebenfalls im Einsatz, allerdings eher sporadisch. "Es dreht sich hauptsächlich um den Karlsfelder See, das ist der Hotspot im Landkreis", weiß der Kommissar. Dass die berittene Polizei also auch an anderen Seen in Dachau eingesetzt wird, ist unwahrscheinlich.

Sollte das Wetter am Freitag schön sein, ist das der erste Tag, an dem die berittene Polizei am Karlsfelder See zum Einsatz kommt. Generell soll die berittene Einheit nur bei Schönwetter und jeweils etwa ab 16 Uhr vor Ort sein, erklärt Findl. Reitende Polizisten sind jedenfalls eine Neuheit im Landkreis. Soweit er sich erinnern könne, habe es bisher noch keine solchen Einsätze in Dachau gegeben, sagt Findl. Normalerweise ist die berittene Polizei nämlich vor allem bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen oder in Erholungsgebieten in München, zum Beispiel entlang der Isar oder im Englischen Garten, im Einsatz. Da derzeit aber keine Großveranstaltungen stattfinden, haben Einsatzkräfte und Pferde Kapazität.

Auslöser für die Probleme am Karlsfelder See sind jedoch nicht nur die geschlossenen Freibäder im Landkreis oder das Coronavirus. Schon in den vergangenen Jahren war die Situation am beliebten Badesee immer wieder im Kreistag und im Karlsfelder Gemeinderat diskutiert worden. Zwar sind Security-Mitarbeiter im Einsatz, doch davon lässt sich nicht jedermann stören: So mancher fährt mit dem Auto direkt ans Seeufer, um das Gepäck weniger weit schleppen zu müssen, menschliche Hinterlassenschaften und Unrat gehören ebenso zur Szenerie wie Gänsekot. Eine Lösung für das Problem ist derzeit jedoch nicht in Sicht.

© SZ vom 01.07.2020
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