Volksfest Dachau:Feuerwerk wegen Brandgefahr abgesagt

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Volksfest Dachau: Das Feuerwerk über dem Dachauer Volksfest wird vorerst abgesagt.

Das Feuerwerk über dem Dachauer Volksfest wird vorerst abgesagt.

(Foto: Niels P. Joergensen)

Wegen der anhaltenden Trockenheit wird das traditionelle Feuerwerk beim Dachauer Volksfest am Donnerstag abgesagt. Ob es zum Ersatztermin abgeschossen wird, ist laut Feuerwehr noch offen.

Von Anna Schwarz, Dachau

Bundesweit werden wegen der anhaltenden Trockenheit Feuerwerke abgesagt: zum Beispiel beim Dorfener Volksfest im Landkreis Erding, beim Schäferlauf im baden-württembergischen Markgröningen oder beim Residenzfest in Kirchheimbolanden in Rheinland-Pfalz. Auch Stadt und Feuerwehr Dachau haben nun entschieden, das Feuerwerk auf dem Volksfest am Donnerstag abzusagen. Grund dafür sei "die seit Wochen anhaltende extreme Trockenheit und die damit verbundene erhebliche Waldbrandgefahr rund um das Schloss Dachau", teilt die Stadt mit.

Über das Ersatz-Feuerwerk wird Ende der Woche entschieden

Beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern "bestünde aktuell ein nicht kalkulierbares Risiko", so die Stadt, auch zwischenzeitliche Gewitterschauer am Donnerstag würden nichts an der Gefahrenlage ändern. Ob das Feuerwerk zum Ersatztermin am Sonntag, 21. August abgeschossen wird, hänge von den zu erwartenden Regenmengen ab. Gegen Ende der Woche wollen Stadt und Feuerwehr die Lage nochmals neu bewerten. Gerd Lobmeier, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Dachau, sagt: "Was den Ersatztermin betrifft, sind wir noch ergebnisoffen", schließlich sage der Wetterbericht ab Donnerstag Regen an.

Mehrere Gründe hätten zur Absage des Feuerwerks geführt, so Lobmeier: "Wir haben im Landkreis aktuell Waldbrandstufe drei von fünf erreicht." Auch der alljährliche Rundgang um das Dachauer Schloss - vor dem Feuerwerk - habe zu dieser Entscheidung geführt. Mit dabei sind Feuerwehrler, ein Förster und Mitarbeiter der Abteilung Stadtgrün und Umwelt. Sie tasten auch mal den Boden ab, um herauszufinden, ob darin noch Wasser gespeichert ist. Lobmeiers Fazit: "Die Wiesen rund um das Schloss sind komplett trocken" - es drohen Vegetationsbrände, wenn Feuerwerkskörper dort landen.

Löschen des Schlosses würde "zigtausend Liter Wasser verschwenden"

Dass das Schloss in Brand geraten könnte - davor müsse man weniger Angst haben, denn die Feuerwehr platziert dort beim Volksfest-Feuerwerk jedes Jahr eine Brandwache. Doch Lobmeier sagt: "In diesen Wochen könnten wir es nicht verantworten, dass wir zigtausend Liter Wasser verschwenden, nur damit wir hier löschen können", schließlich sinken auch die Grundwasserstände im Landkreis. Und "der beste Beweis", so Lobmeier, dass die aktuelle Trockenheit gefährlich werden kann, zeige der Einsatz der Feuerwehr am Dienstagmorgen: In Dachau war wegen der hohen Temperaturen eine Gartenhecke in Brand geraten. Erstmals wurde 2015 das Volksfest-Feuerwerk wegen anhaltender Hitze und extremer Trockenheit abgesagt.

Stadtrat Wolfgang Moll (Wir) könnte auch in Zukunft darauf verzichten: Bereits 2019 und vor einigen Monaten hatte er im Stadtrat einen Antrag gestellt, das Feuerwerk durch eine Laser-Show zu ersetzen. Seine Hauptgründe: Umweltschutz, Unfallschutz, Berücksichtigung des Allgemeinwohls, Feinstaubbelastung und die Lärmbelästigung für Tiere. Außerdem könnten Feuerwerke auf Kriegsflüchtlinge retraumatisierend wirken, so Moll. Auch die Brandgefahr hatte er als Argument angeführt. Nachdem das Volksfest-Feuerwerk nun vorerst abgesagt wurde, wolle er "nicht als Besserwisser" dastehen, sagt Moll am Telefon: "Ich sehe das nicht als Genugtuung." Vielmehr freue er sich, dass seine Hinweise ernstgenommen wurden. Er werde sich weiterhin für sein Ziel einsetzen, denn: "Für mich ist ein Feuerwerk im verdichteten städtischen Bereich aus der Zeit gefallen."

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