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Bildung in Dachau:Landkreis investiert kräftig in Schulen

Der Landkreis sanierte auch das ehemalige Kloster Indersdorf, in dem sich die Realschule befindet.

(Foto: Toni Heigl)

In den Bau und die Sanierung von Bildungseinrichtungen fließen viele Millionen Euro. Die zwei neuen Gymnasien verursachen 2025 besonders hohe Ausgaben.

Von Jacqueline Lang, Dachau

Die Liste ist lang. Am vergangenen Freitag stellte Landkreis-Kämmerer Michael Mair den Mitgliedern des Schul- und Kreisausschusses die geplanten Schulinvestitionen für die kommenden zehn Jahre vor, auch wenn er betonte, dass für die Finanzplanung lediglich die kommenden fünf Jahre tatsächlich relevant seien. Um all die geplanten Vorhaben umsetzen zu können, müssten "erhebliche Anstrengungen" unternommen werden, um die notwendigen Gelder auch bereit stellen zu können, machte Mair deutlich. Zwar gebe es in vielen Fällen Förderungen, die man beantragen könne, doch diese fielen in der Regel deutlich niedriger aus als die tatsächlichen Investitionskosten. Grunderwerbskosten seien beispielsweise überhaupt nicht förderfähig. Gleichwohl könnten in der Regel 25 bis 30 Prozent der Kosten über Fördergelder gedeckt werden, so Mair.

So sind für die Erweiterung der Dachauer Berufsschule einschließlich der Erweiterung der Dachauer Realschule derzeit Mittel in Höhe von rund 33 Millionen Euro veranschlagt, davon rund 26 Millionen Euro für die Berufsschule und rund sieben Millionen Euro für die Realschule. Vollständig abgeschlossen sollen die Bauarbeiten laut Mair bis spätestens Ende 2021 sein.

20 Millionen für die Realschule Odelzhausen

Bauherr des Neubaus an der Realschule Odelzhausen ist nicht der Landkreis selbst, sondern der Schulverband. Dennoch beteiligt sich der Landkreis mit rund 20 Millionen Euro an dem Projekt. Pünktlich zum Schuljahresbeginn seien alle Bauarbeiten abgeschlossen gewesen, und die Schüler hätten das neue Gebäude beziehen können, so Mair.

Ebenfalls abgeschlossen sind die Bauarbeiten an der Realschule Indersdorf - mit Ausnahme der Pausenhalle. Die Schule, die sich im ehemaligen Kloster befindet, musste neu instandgesetzt werden. Da es sich um ein altes, denkmalgeschütztes Gebäude handle, sei ein weiterer "Sanierungsbedarf zu erwarten". Dasselbe gelte im Übrigen auch für die Realschule Weichs, die sich in einem Altbau befindet. Der Landkreis habe hier bislang knapp vier Millionen Euro bezuschusst. Bauherr ist die Erzdiözese.

"Das ist gut gelaufen, auch wenn wir einige Probleme hatten"

Erfreut zeigte sich der Kämmerer über die Fertigstellung des Optimierungsbaus am Ignaz-Taschner-Gymnasium im Sommer. "Das ist gut gelaufen, auch wenn wir einige Probleme hatten", so Mair. Der Landkreis hat 22 Millionen Euro investiert, eingeplant sind hierbei rund fünf Millionen Euro an Fördermitteln. Geplant ist im weiteren Verlauf auch der Umbau der Chemie- und Physikräume. Die neuen Fachräume befinden sich bereits im Optimierungsbau, die alten Räumlichkeiten sollen nun anders genutzt werden. Der Landkreis hat hierfür zwei Millionen Euro eingeplant. Baubeginn werde jedoch frühestens Ende dieses Jahres sein, merkte Mair an. In den Erweiterungsbau der offenen Ganztagsschule am Gymnasium Markt Indersdorf hat der Landkreis rund zwei Millionen Euro investiert.

Die Außenstelle des Josef-Effner-Gymnasiums (JEG) in der Steinstraße bezeichnete Landrat Stefan Löwl (CSU) in der Sitzung als "Joker", der schon in ganz unterschiedlicher Weise genutzt worden sei. Auch Kämmerer Mair betonte, dass man sehr von der Steinstraße profitiere. Was langfristig mit dem Gebäude geplant sei, werde man deshalb wohl innerhalb der nächsten zehn Jahre nicht abschließend entscheiden können. Um das Gebäude bis dahin aber weiter vielseitig nutzen zu können, mussten aufgrund von Asbestbelastung die Fenster ausgetauscht werden, weitere Mängel sollen bis Ende dieses Monats beseitigt werden. Die Kosten für die Bauarbeiten belaufen sich auf knapp zwei Millionen Euro. Diese seien jedoch nicht förderfähig, da es sich nicht um eine Generalinstandsetzung handle, so Mair. Im Hauptgebäude des JEG soll das Lehrerzimmer der größeren Lehrerzahl angepasst werden. Veranschlagt sind hierfür rund drei Millionen Euro. Geplanter Baubeginn sei zu Beginn der Sommerferien 2021, mit der Fertigstellung rechnet Mair bis Ende 2022.

Weil sich München an dem Bau des vierten Landkreis-Gymnasiums in Karlsfeld beteiligt, wird dieses fünfzügig angelegt, obwohl der Landkreis derzeit nur Bedarf für drei Züge hat. Allerdings werde sich die Landeshauptstadt mit rund 32 Prozent an den Kosten beteiligen. Diese schätzt der Kämmerer derzeit auf 75 bis 85 Millionen Euro, jedoch unter Vorbehalt. Sowohl Mair als auch Löwl betonten, dass es sich dabei nicht um einen "belastbaren Wert" handle, weil bis zum geplanten Baubeginn im Jahr 2022 einfach noch zu viel passieren könne. Fest steht nur: Bis zum Schuljahresbeginn 2025/2026 muss das Schulgebäude fertig sein. Ähnliches gilt auch für das fünfte Gymnasium, das in Röhrmoos entstehen soll. Kostenprognosen gehen bislang von 55 bis 65 Millionen Euro aus, allerdings sei mit einem Anstieg der Baukosten zu rechnen, so Mair. Mit den Bauarbeiten begonnen werden soll im Frühjahr 2023, eine Fertigstellung ist ebenfalls für den Schuljahresbeginn 2025/2026 vorgesehen. Ein Grundstück sei Dank der Mithilfe der Gemeinde immerhin schon gefunden. Grundsätzlich prognostizierte Kämmerer Michael Mair den Kreisräten einen Höhepunkt der Kosten im Jahr 2025 durch die beiden neuen Gymnasien. Schuld daran sei die Umstellung von G 8 auf G 9, die dann erfolge.

© SZ vom 12.10.2020

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