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Architektouren in Dachau:Altes und Neues verbinden

Die Architektouren sind die größte Architektur-Freiluftausstellung in Bayern. Auch im Landkreis Dachau sind am Wochenende drei Objekte zu besichtigen. Sie zeigen, wie sich Altes und Neues verbinden lassen.

Wie entstehen in einem historischen Gebäude moderne Unterrichtsräume, deren Bau auch im Einklang mit dem Denkmalschutz steht? Wie sieht der Anbau eines Pfarrheims aus, der mit dem bestehenden Gebäude eine Einheit bilden und gleichzeitig Energie sparen soll? Und welchen Sinn haben "Sukzessionsflächen" in einem Park?

"Mehr Natur in die Stadt" war der Leitgedanke des Dachauer Landschaftsarchitekturbüros Luska Freiraum GmbH bei der Gestaltung des Eon Prinzenparks in Karlsfeld.

(Foto: Toni Heigl)

Fragen, welche die Architektouren im Landkreis Dachau an diesem Wochenende beantworten. Der Beirat der Bayerischen Architektenkammer hat bayernweit 219 Projekte ausgewählt, die Interessierte am Samstag und Sonntag besichtigen können. Architekten und Bauherren werden die Besucher durch die Gebäude führen und sie über die Projekte informieren.

Die Architektouren, laut Innenminister Joachim Herrmann "die größte Freiluftausstellung der Architektur", bieten Besuchern nicht nur Einblicke in den architektonischen Entstehungsprozess, sondern verdeutlichen auch, wie wichtig das Zusammenspiel zwischen Architekt und Bauherr ist.

Das Spektrum der ausgewählten Beispiele reicht vom klassischen Einfamilienhaus über Kindergärten und Schulen bis zu Bürogebäuden, Gartenanlagen und Museen. Alle Projekte wurden in den vergangenen drei Jahren realisiert, in vielen Fällen spielen Energie und Nachhaltigkeit eine große Rolle.

Dies gilt auch für die Generalsanierung und den Anbau des Pfarrheims Sankt Peter, eines der drei Objekte, die der Beirat der Architektenkammer im Landkreis Dachau ausgewählt hat. In den Augen der Juroren ist der Bau des Münchner Büros Pollok + Gonzalo ein gelungenes Beispiel für die Sanierung und Erweiterung bestehender Bausubstanz. Ein breiter Flur an der Nordseite verbindet jetzt das alte Gebäude mit dem Anbau und fungiert als Foyer und Begegnungsraum.

Der Erweiterungsbau strukturiert die umliegende Freifläche so, dass ein quartierbezogenes Rad- und Fußwegenetz mit einem internen Platz entstanden ist. Beide Gebäudeteile bilden eine funktionelle Einheit, weisen aber individuelle Gestaltungsmerkmale auf. Weil das alte Pfarrheim aus den siebziger Jahren nur eine mangelhafte Wärmedämmung hatte, erhielt es eine neue Gebäudehülle. Außerdem wurden dreifach verglaste Fensterelemente eingesetzt, der Dachaufbau wurde mit einer Zellulosedämmung isoliert. Der Anbau besteht aus Holzelementen, die auf einer stark gedämmten Bodenplatte aus Beton stehen.

Durch die Wärmedämmung der Gebäudehülle, moderne Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und die passive Nutzung der Sonneneinstrahlung hat das Gebäude nur einen geringen Energiebedarf, der dem eines Passivhauses entspricht.

Architektouren 2011

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