Cafés Wo Sie in München den besten Kaffee bekommen

Münchens Kaffeehauskultur ist erstaunlich vielfältig: Sechs Tipps - von der kleinen Rösterei bis zum königlich-bayerischen Hoflieferanten.

Der Klassiker: Café Luitpold

Das Café Luitpold in der Brienner Straße 11 ist eines der ältesten Münchner Kaffeehäuser, 1888 wurde es eröffnet. Schon bald ist es ein Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Erich Mühsam, Ernst Toller und Oskar Maria Graf kehren hier ein, aber auch Adolf Hitler. Später wird das Kaffeehaus gar ein beliebter Nazi-Treffpunkt, SA und SS gehen ein und aus. Nach dem Krieg erlebt das Café Luitpold eine neue Blüte mit dem großen Premierenkino, das in den Luitpoldblock einzieht. Danach geht es langsam bergab. 2009 aber kommt der Umschwung. Der Bäckermeister und promovierte Betriebswirtschaftler Stephan Meier pachtet das Café und baut es um. Er will an alte Zeiten anknüpfen, es ist abends wieder bis 23 Uhr geöffnet. "Wir sind eines der letzten Cafés in der Stadt mit eigener Konditorei und richtiger Küche", sagt er, "ich liebe das klassische Kaffeehaus einfach." Die Anfangszeit war schwierig, aber mittlerweile läuft es. Herzstück des Cafés ist der Palmengarten im Innenhof, es gibt immer wieder Lesungen und Veranstaltungen in bester Kaffeehaustradition, und ein eigenes kleines Museum erinnert an die Geschichte des Hauses.

Bild: Stephan Rumpf 29. März 2018, 12:472018-03-29 12:47:28 © SZ vom 17.12.2016/amm