Café Tagträumer Ein Café für jede Uhrzeit

Die roten und weißen Fliesen an der Decke zeugen noch davon, dass sich im heutigen Café einst eine Metzgerei befand.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Hausgemachte Kuchen, Panini, Mittagsgerichte, Craft Beer: Das "Tagträumer" setzt auf kleines Angebot und Retro-Charme.

Von Franziska Schwarz

Das Dreimühlenviertel ist das kleinste Viertel Münchens. Nur die Dreimühlen, die Ehrengut-, die Isartal- und die Reifenstuelstraße zählen dazu. Die Isar im Osten, der Bahndamm im Süden, der Schlachthof im Westen und die Kapuzinerstraße im Norden bilden die Grenzen des Viertels. Bekannt ist die Ecke für das Makkasar, das Valentinstüberl oder das Bavarese. Aber auch das Café Tagträumer hat sich einen Namen gemacht.

Was gibt es da und was kostet das?

Im Dreimühlenviertel sucht man einen Geldautomaten, einen To-Go-Supermarkt, oder eine große US-Kaffeehaus-Kette vergeblich. Für Hungrige, die es eilig haben, schließt das Café Tagträumer seit 2004 deshalb eine Lücke: Es gibt hier Süßes oder Herzhaftes, kalt oder warm, gerne auch zum Mitnehmen. Außerdem bekommt man hier guten Kaffee (Espresso für 1,50 Euro, Latte Macchiato für 2,90 Euro). Die Auswahl ist überschaubar: Etwa fünf verschiedene Panini und Bagel zu 4,20 Euro werden angeboten, belegt etwa mit Schwarzwälder Schinken und Bergkäse, gebratenen Auberginen und Mozzarella oder garniert mit Honigsenf, getrockneten Tomaten und einem dicken Stück Ziegenkäse. Der Tee (3,10 Euro) wird aus frischen Pfefferminzblättern zubereitet.

Café Tagträumer

Klein, aber fein

In der Theke werden selbstgebackene Streusel- oder Rührkuchen angeboten. Laura Passalacqua hat das Lokal vor etwa sieben Jahren übernommen. Täglich kocht sie das wechselnde Mittagsgericht (6,90 Euro). Das kann Gulasch oder ein Risotto sein, in der kälteren Jahreszeit auch eine Tagessuppe zu 4,50 Euro. Das Café Tagträumer versucht immer auch ein vegetarisches Mittagsgericht anzubieten. Wenn das Tagesgericht sowieso fleischlos ist, steht unter Umständen nur ein Gericht auf der Karte.

Das Café Tagträumer hat weniger als 30 Sitzplätze. Zwischen 1930 und 1940 war hier eine Polizeiwache. Anschließend befand sich in dem Ladenraum eine Metzgerei - die roten und weißen Fliesen an der Decke zeugen noch davon. Es folgten unter anderem ein Spielwarengeschäft und eine Modeboutique. Was auffällt, sind die vielen kleinen Fotoabzüge an den Wänden, die an die Neunziger erinnern, genauso wie der dunkle Dielenboden. Auf der Theke stehen Bonbongläser für die gemischte Tüte. Im Regal liegen Malbücher für Kinder, und auf dem Fensterbrett Magazine.

Wer geht da hin?

Das Café Tagträumer hat nichts gegen die Bezeichnung "Nachbarschaftscafé". Und die Nachbarschaft im Dreimühlenviertel ist durchmischt. Im Sommer ändert sich die Kundschaft ein bisschen. Dann kommen auch viele, die sich vorher an der nahen Isar vergnügten, hierher und trinken ein Bier. Das Lokal hat dann bis 22 Uhr auf. Die Halbe auf der Karte (3,20 Euro) ist von Büble aus dem Allgäu, auch sonst hatte das Tagträumer schon oft Craft Beer im Angebot, etwa das Schönramer.

Wie viel Zeit bringt man mit?

Oft betreuen höchstens zwei Personen die Gäste in dem Laden. Ein Panini ist allerdings schnell aufgewärmt. Man kann ins Café Tagträumer auch bewusst mehr Zeit mitbringen, wegen der Zeitschriften zum Beispiel - oder wegen der Retro-Gemütlichkeit.

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