Kurzkritik zu Bruce Springsteen im Olympiastadion:Niemals aufgeben

Kurzkritik zu Bruce Springsteen im Olympiastadion: Bruce Springsteen bei seinem Auftritt im Olympiastadion.

Bruce Springsteen bei seinem Auftritt im Olympiastadion.

(Foto: Catherina Hess)

Bruce Springsteen spielt im Münchner Olympiastadion. Es ist ein ungeheurer Kraftakt, den der Rocksänger auf seiner Tour absolviert. Doch er lohnt sich. Erste Eindrücke vom Konzert.

Von Christian Jooß-Bernau

Eine ausführliche Kritik zum Konzert lesen Sie hier.

Das erste "Karte gesucht"-Schild begegnet einem gleich am U-Bahnsteig. Volksfeststimmung auf dem Weg zum Münchner Olympiastadion. Private Bierverkäufer, ein Akkordeonvirtuose, ein Dudelsackspieler - die Hochsommertemperatur ist leicht gesunken. Es ist 18.50 Uhr, da sieht man die Band durch das Marathontor kommen und hinter der Bühne verschwinden. In Schichten, denn Springsteen und die E Street Band laufen hier in Orchesterstärke auf. 18.57 Uhr: Die klassische Eröffnung dieser Tour - "No Surrender". Was für eine Nummer. Wie ein Cadillac Eldorado schleudert sie mit quietschenden Weißwandreifen auf die Straße des Rock'n'Roll, um sich in Sekunden zu stabilisieren.

Little Steven spielt eine blau-gelbe E-Gitarre. "There's a war outside still raging", singt Bruce. Frieden, ja. Aber no surrender. Nein, eine Vorband braucht diese Truppe nicht. Nach drei Minuten ist ein volles Stadion auf Betriebstemperatur. "Ghosts", der nächste Song, ein neuer, der alles hat, was ein Springsteen-Klassiker braucht: ein markantes Riff, Wehmut und Sex-Appeal. Die Ränge stehen klatschend.

Der Münchner Abend ist das 58. Konzert einer großen Welttournee, die am 1. Februar in Tampa, Florida begonnen hat. Seit dem 28. April ist der Springsteen-Tross unterwegs in Europa. Spanien, Irland, Frankreich, die Niederlande, Schottland, die Schweiz, England, Belgien, Schweden, Norwegen und Österreich haben sie schon besucht. Und auch in Deutschland haben sie schon dreimal gespielt. Seinen 74. Geburtstag wird Bruce Springsteen Ende September wieder in Amerika feiern, bevor dann am 12. Dezember in San Francisco die Tour endet.

Es ist ein ungeheurer Kraftakt, den sich Springsteen nach den Jahren der Pandemie gönnt, nachdem die geplante Tour 2020 abgesagt werden musste und Springsteen stattdessen Solo-Shows am Broadway spielte. Aber man ahnt an diesem Abend, dass das Springsteensche Tourleben auch einen stark familiären Charakter hat.

Wenn die Kamera über die Gesichter der Bandmitglieder streicht, sieht man die unverstellte Freude. "Prove it All Night" - Springsteen steigert sich in ein exzessives Gitarrensolo, das viel verspricht. Für diese Nacht in München.

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