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Ausstellung im Amtsgericht:Testamente prominenter Münchner

Eigentlich ist der letzte Wille etwas sehr privates, doch derzeit sind im Münchner Amtsgericht die Testamente von Prominenten zu sehen.

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Thomas Wimmer

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Quelle: Stephan Rumpf

Alt-OB Thomas Wimmer erklärte 1962 mündlich vor dem Notar Georg Feyock seinen letzten Willen: Der nach erster Ehe seit 1937 verwitwete und seit 1939 in zweiter Ehe wieder verheiratete Wimmer setzt seine Frau Katharina zu seiner alleinigen Erbin ein. Die Stieftochter wurde weder adoptiert noch für ehelich erklärt. Das Testament wurde von dem Notar in einem versiegelten Umschlag dem Amtsgericht übergeben, das Wimmers Nachlass seiner Frau Katharina zusprach.

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Franz Marc

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Quelle: Stephan Rumpf

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs trat Maler Franz Marc in die bayerische Armee ein und verfasste an diesem Tag sein Testament. Wie viele Künstler und Intellektuelle jener Zeit neigte er dazu, den Krieg als "positive Instanz" zu überhöhen. In seinen "Briefen aus dem Feld" wird deutlich, dass der Künstler ein krankes Europa sah, das durch den Krieg geläutert werden müsse. Franz Marc bestimmte seine Frau Maria als Alleinerbin, ferner bedachte er diese auch als Nacherbin für seinen Anteil am väterlichen Vermögen.

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Karl Valentin

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Quelle: Stephan Rumpf

Bereits am 11. September 1927 errichteten Karl Valentin und seine Frau Gisela ihr gemeinsames Testament, das den Überlebenden als Universalerben einsetzte. Die beiden Kinder, Gisela Freilinger und Berta Fey, sollten auf den Pflichtteil gesetzt werden. Nach dem Tod des zweiten Ehegatten sollte das restliche Vermögen an Berta gehen, Gisela hatte bereits von ihrem Großvater, dem Vater ihrer Mutter, ein umfangreiches Vermögen erhalten und war damit schon versorgt.

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Franz Lenbach

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Quelle: Stephan Rumpf

Als Haupterbin bestimmte "Malerfürst" Franz Lenbach seine zweite Frau, Lolo von Hornstein. Auch die Töchter Marion und Gabriele bedachte er stattlich. Für Tochter Erika aber, die bei ihrer Mutter in Berlin aufwuchs, sah er nur den Pflichtteil vor. Frau Lolo sollte angemessen für das Personal in der Villa Lenbach sorgen. Die Armen seiner Heimatstadt Schrobenhausen und die Obdachlosen Münchens bedachte er mit 15 000 Mark. Lenbachs erste Frau ließ das Testament erfolglos zugunsten der Tochter Erika anfechten.

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Leo von Klenze

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Quelle: Stephan Rumpf

"Die Seele zu Gott, den Körper in die Erde, das Gewand den nächsten Verwandten." Mit diesem treffenden Zitat Michelangelos leitete Baumeister Leo von Klenze 1854 sein Testament ein. Als Erben für sein Vermögen bestimmte er die noch lebenden Kinder. Und seine vier Enkelsöhne sollten nur dann etwas erhalten, wenn sie sich des "Tabakrauchens, Schnupfens und Kauens" enthalten würden, einer nach Klenzes Meinung "stinkenden geist- oder körpervergiftenden Karaibensitte".

© SZ vom 15.04.2016/vewo

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