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Animationsfilm:Und wer pimpt den Hund?

Die Letzten beißen die Hunde: Scooby-Doo und sein Menschenfreund Shaggy sind nicht besonders helle. Deshalb merken sie auch nicht, dass es ihre Begleiter nicht gut mit ihnen meinen.

(Foto: Warner)

Die Hollywood-Dogge Scooby-Doo hechelt seit einem halben Jahrhundert durch Filme und Videospiele. Jetzt wurde sie rundum erneuert: In "Scooby!" bekommt sie es mit Superhelden und Castingshow-Juroren zu tun.

Von Josef Grübl

Als Zuschauer findet man Recycling gut, zumindest auf der Leinwand. Man freut sich, wenn die Zeichentrickhelden aus der eigenen Jugend sich ebenjene bewahrt haben und rundum erneuert in 3D über die Leinwände springen. Deshalb gibt es auch so viele Sequels, Prequels, Spin-Offs und sonstige Fortsetzungen altbekannter Stoffe. Auch der Hollywood-Hund Scooby-Doo hat seit seinem ersten Auftritt im Jahr 1969 mehrere Metamorphosen erlebt: Er durfte durch Fernsehserien, Kinofilme, Videospiele und TV-Specials hecheln, nebenbei drückte er Brettspielen, Hundefutter oder Frühstücksflocken seine Pfote auf.

So ein Hundeleben soll am besten nie zu Ende gehen, deshalb kommt nun ein neuer Film heraus, der die nächste Generation von Scooby-Doo-Fans mit der titelgebenden Dogge vertraut machen soll. Und damit niemand das Gefühl hat, etwas verpasst zu haben, geht es einfach zurück an den Anfang: In den ersten Minuten von Scooby! klaut der aufgepimpte Titelheld einen Fleischspieß und rollt auf ebenjenem davon, die Polizei dönert ihm hinterher. Ein Junge hilft dem Welpen, gibt ihm einen Namen und wird so zu seinem besten Freund. Scooby-Doo und sein Kumpel Shaggy sind zwar ebenso albern wie verfressen, lernen aber trotzdem ein cooles Detektivtrio kennen, fortan lösen sie unter dem Namen "Mystery Inc." Rätsel. Und davon gibt es auch nach einem Zeitsprung in die Gegenwart jede Menge.

Es geht um den Hund von Alexander dem Großen, um Superhelden, den Castingshow-Juroren Simon Cowell, Minions-artige Bösewichte und die Frage, ob man für ein Netflix-Abo bezahlen muss. Kurzum: Regisseur Tony Cervone und seine sieben Drehbuchautoren interessieren sich für alles Mögliche, nur nicht für die Story des erstaunlich lieblos animierten Films. Auf diese Weise entsorgt sich Scooby-Doo quasi von selbst.

Scooby!, Regie: Tony Cervone

© SZ vom 09.07.2020

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