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Alternative Energie:Alleingang ohne Planegg

Gräfelfing gibt Machbarkeitsstudie zu Erdwärmespeicher in Auftrag

Von Annette Jäger, Gräfelfing

Die Gemeinde Gräfelfing möchte das Projekt Erdwärmespeicher zunächst alleine weiterverfolgen. Nach der Planegger Absage an eine Kooperation möchten die Gräfelfinger Gemeinderäte die Machbarkeitsstudie nun in Eigenregie auf den Weg bringen. Dafür fand sich in der jüngsten Sitzung eine Mehrheit.

Als der Planegger Gemeinderat Ende Oktober beschloss, das millionenschwere Projekt nicht weiterzuverfolgen, schien die Idee vom Tisch zu sein, in einer aufgelassenen Kiesgrube an der Ortsgrenze zwischen beiden Kommunen einen Erdbeckenspeicher zu realisieren. Eine Kooperation war für Gräfelfings Bürgermeister Peter Köstler (CSU) zu diesem Zeitpunkt Voraussetzung für das Projekt. Nicht zuletzt, weil die Kiesgrube auf Planegger Gebiet liegt und die Gemeinde Auflagen für eine zeitnahe Verfüllung erlassen hat. "Mit dem Beschluss hat Planegg zugesichert, die Auffüllungsverpflichtungen aufzuschieben", sagte Köstler. Damit gewinnen die Gräfelfinger Zeit, den Speicher nun doch auf Realisierbarkeit prüfen zu lassen. Nicht zuletzt erhoffen sie sich Synergien mit dem geplanten Geothermie-Projekt.

Die Idee eines Erdbeckenspeichers ist, die Grube mit Erde, Bauschutt und Wasser zu füllen. Das Füllmaterial wird dann durch verschiedene Energiequellen - etwa Solarkollektoren, die geplante Geothermie oder Blockheizkraftwerke - aufgeheizt, die Wärme wird gespeichert und im Winter wieder entnommen. Der Gemeinderat beschloss, nach alternativen Partnern Ausschau zu halten und den ersten Teil der Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Das lassen sich die Gräfelfinger rund 120 000 Euro kosten.

© SZ vom 03.12.2020
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