Polen:Die Ex-Regierungspartei strickt an ihrem Mythos als Verfolgte

Polen: Anhänger der zwei verurteilten Politiker demonstrieren vor der Polizeiwache, in der beide festgehalten werden.

Anhänger der zwei verurteilten Politiker demonstrieren vor der Polizeiwache, in der beide festgehalten werden.

(Foto: Maciek Jazwiecki/Agencja Wyborcza.pl via REUTERS)

Nach der Festnahme zweier verurteilter Parteiangehöriger im Präsidentenpalast versucht die PiS, sich als unterdrückte Kraft zu inszenieren. Es kann eine Posse werden - oder ein staatsgefährdender Skandal.

Kommentar von Viktoria Großmann

Natürlich ist das alles eine große Provokation: Der Präsident lädt zwei Verurteilte zu einer Veranstaltung in seinen Amtssitz ein. Die beiden per Haftbefehl gesuchten PiS-Politiker erzählen auch noch in Fernsehkameras, dass sie beim Präsidenten bleiben wollen "bis das Böse verliert". Sie ließen es darauf ankommen, die Situation zu eskalieren. Sie hätten auch zur nächsten Polizeidienststelle gehen und sich dem rechtmäßig ergangenen Urteil stellen können. Aber das taugt nicht zur großen Verschwörungserzählung. Die Polizei jedoch zögerte nicht. Da sie die beiden Politiker nicht zu Hause angetroffen hatte, aber aus dem Fernsehen wusste, wo sie waren, holte sie die wegen Amtsmissbrauchs zu zwei Jahren Haft Verurteilten am Dienstsitz von Andrzej Duda ab.

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