Aktuelles Lexikon:Haus Reuß

Aktuelles Lexikon: In Handschellen: Heinrich XIII., Reußenprinz.

In Handschellen: Heinrich XIII., Reußenprinz.

(Foto: Boris Roessler/dpa)

Adelsgeschlecht, dem auch ein mutmaßlich rädelsführerischer Prinz angehört.

Von Iris Mayer

Es ist mehr als 100 Jahre her, dass das weit verzweigte Adelsgeschlecht Haus Reuß einen Herrscher stellte. Nach dem Sturz der deutschen Monarchie 1918 erklärte der letzte regierende reußische Fürst, Heinrich XXVII. , Graf und Herr zu Plauen, Herr zu Greiz, Kranichfeld, Gera, Schleiz und Lobenstein seinen Thronverzicht. Der Kleinstaat ging später im Land Thüringen auf. Familienoberhaupt der letzten lebenden Linie des Hauses Reuß ist Heinrich XIV. Prinz Reuß, der auf Schloss Ernstbrunn in Österreich lebt. Am Mittwochmorgen wurde ein verwandter Reußenprinz als Rädelsführer einer terroristischen Vereinigung festgenommen: Heinrich XIII. Prinz Reuß, 71 Jahre alt, Immobilienunternehmer aus Frankfurt/Main mit Jagdschloss im thüringischen Bad Lobenstein. Laut Bundesanwaltschaft war der Mann nach einem erfolgreichen Staatsstreich als künftiges Staatsoberhaupt vorgesehen. Dazu habe er auch Kontakte nach Russland geknüpft, allerdings so die Ermittler, "gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Ansprechpartner auf sein Ansinnen positiv reagiert haben." Glaubt man Fürst Heinrich XIV., dann hat sich der Putsch-Prinz schon lange vom Hause Reuß abgewandt und ist "ein teilweise verwirrter alter Mann", der "verschwörungstheoretischen Irrmeinungen" aufsitzt.

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