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FDP:Der Verstoßene bleibt

Die Wiederwahl von Thomas Kemmerich in Thüringen ist auch eine Botschaft an Parteichef Lindner.

Von Daniel Brössler

FDP-Chef Christian Lindner nutzte die Rückkehr der Partei in den Landtag von Sachsen-Anhalt für eine Klarstellung. Die Liberalen im Osten seien die gleichen wie im Westen, betonte er. Das gelte für Themen wie Tonalität. Hinter der Klarstellung stand der Wunsch, die unrühmliche Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten in Thüringen der Parteigeschichte zu überantworten.

An diesem Wochenende ist Kemmerich nun in Thüringen wiedergewählt worden zum Landesvorsitzenden. Er mag an die Peripherie der Partei gerückt sein, zu ihrer Gegenwart gehört er aber noch ganz sicher. Für Lindner ergibt sich daraus ein praktisches und ein grundsätzliches Problem. Praktisch hat er es in Thüringen mit einem Landeschef zu tun, mit dem er offen über Kreuz liegt und der seine Autorität offenkundig nur eingeschränkt anerkennt. Kemmerich hat sich zur Auffassung verstiegen, mit der Annahme seiner Wahl zum Ministerpräsidenten auch mit Stimmen der in Thüringen besonders rechtsradikalen AfD keinen Fehler gemacht zu haben. Damit konterkariert er Lindners Lesart, es habe sich um eine Verfehlung aus dem Moment heraus gehandelt.

Die Wiederwahl des uneinsichtigen Kemmerich zeigt, dass die Probleme mit der Abgrenzung nach rechts in der FDP noch lange nicht der Geschichte übergeben werden können.

© SZ
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