bedeckt München 21°

TV-Kritik: Deutschland gegen Holland:Kerners Bundesjugendspiele

Beim großen Duell zwischen Deutschland und Holland hauen Promis Nägel in ein Stück Holz - Highlight des Abends sind aber ein paar Hundebabys.

Es soll ja Menschen geben, die vor ihrem Fernseher in Feierstimmung geraten, wenn Florian Silbereisen am Samstagabend in einer Mehrzweckhalle auftritt - und seine Freunde, die Wildecker Herzbuben, sich im Takt ihrer Musik von rechts nach links nach rechts schieben.

'Deutschland gegen Holland - Das Duell' am 2. Juni in SAT.1

"Deutschland gegen Holland - Das Duell": Das Prinzip der Sendung sollte denkbar einfach sein - dieses Versprechen konnte Sat1 einlösen.

(Foto: dpa)

Der Fernsehzuschauer aber, der sich von Enthusiasmus auf einem Bildschirm nicht so leicht in Schunkel- und Fahnenschwenk-Stimmung versetzen lässt, der mag etwas ratlos vor der Fernseher gesessen haben, als Sat1-Moderator Johannes B. Kerner auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof zu Deutschland gegen Holland - Das Duell lud.

Ein Wettkampf zweier Nationen soll es werden, so im Vorfeld der WM, aber mit "viel mehr als nur Fußball". "Das Prinzip ist denkbar einfach", verspricht der Gastgeber zu Beginn der Sendung. Und das zumindest ist keine Lüge.

Nägel in Holz klopfen und Elfmeter schießen

Konkret bedeutet das die übliche Mischung an mehr oder weniger geistreichen Spielen, wie sie in solchen Sendungen eben gespielt werden: Nägel werden mit großer Wucht in Holzstücke geklopft beziehungsweise zu Türmen gebaut, Autos werden in Mustern geparkt, virtuelle Kugeln virtuelle Kugelbahnen hinunter geschubst - und natürlich müssen auch ein paar Elfmeter geschossen werden.

Antreten dürfen zwei riesige Teams aus deutschen und holländischen Berühmtheiten - wobei man Johannes B. Kerner lassen muss, dass er sich nicht mit der üblichen B-Prominenz zufrieden gibt: Til Schweiger spielt im deutschen Team, neben Jürgen Vogel, Andrea Sawatzki und dem Handballer Stefan Kretzschmar. Und noch so vielen anderen, dass man bis zum Ende immer wieder das Gefühl hat, jemanden zu entdecken, den man noch gar nicht gesehen hatte. (Auf holländischer Seite mag das mit der Prominenz schwieriger zu beurteilen sein - aber dass Harry Wijnvoord antritt, spricht dafür, dass man sich eher an holländischen Berühmtheiten mit deutschem Wohnsitz orientiert hat.)

Vielleicht liegt es daran, dass sich der Konflikt zwischen Deutschen und Holländern dem in Sachen Fußball, sagen wir mal, eher entspannten Zuschauer nicht so recht erschließen will: Das Problem der immerhin dreistündigen Sendung ist, dass einfach völlig egal ist, welches dieser Teams das große Duell gewinnt.

Man ist ja gerne bereit zu glauben, dass die Herrschaften in den schwarz-weißen und orangefarbenen Trikots bei diesen Bundesjugendspielen für Models, Schauspieler und Ex-Sportler einen lustigen Abend haben. Und trotzdem muss man zu Hause vor dem Fernseher schon sehr tapfer gegen den Schlaf kämpfen.

Sat1: Neue Formate

Sommermärchen mit Pocher