Neue "Star Wars"-Serie:Er lebt

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Neue "Star Wars"-Serie: Endlich wird wieder britisches Englisch in der Galaxis gesprochen: Ewan McGregor als Obi-Wan Kenobi.

Endlich wird wieder britisches Englisch in der Galaxis gesprochen: Ewan McGregor als Obi-Wan Kenobi.

(Foto: Disney+/AP)

In der gelungenen Miniserie "Obi-Wan Kenobi" gibt es ein Wiedersehen mit dem großen Jedi-Meister - und kleinen "Star Wars"-Helden.

Von Kathleen Hildebrand

Natürlich ist der Mann restlos überqualifiziert für seinen Job: Obi-Wan Kenobi, man erkennt ihn sofort, weil Ewan McGregor ihn wieder spielt, filetiert, zusammen mit anderen Tagelöhnern, das Fleisch eines riesigen Fischs, mitten in der Wüste von Tatooine. Dem Planeten, zu dem alle Geschichten im Star-Wars-Universum irgendwann immer führen. Doch dass Kenobi hier vor sich hin schnippelt, ganz ohne Lichtschwert, ist nicht so paradox wie die Anwesenheit eines noch essbaren Riesenfischs in der Wüste.

Die neue Serie Obi-Wan Kenobi spielt auf dem Star-Wars-Zeitstrahl zwischen Teil drei und Teil vier der Kinofilme in einer düsteren Phase für den galaktischen Ritterorden der Jedi: Das Imperium, die dunkle Seite der Macht, ist am Ruder. Die Jedi werden erbarmungslos verfolgt. Und dass sein früherer Jedi-Schüler Anakin noch lebt und als Darth Vader jetzt der dunklen Seite der Macht dient, das weiß Obi-Wan in seinem Einöd-Exil noch nicht einmal. Aber natürlich dauert es nur bis zum Ende der ersten Folge, bis er sein Lichtschwert aus dem Wüstensand buddelt, sein treues Rüsseldromedar zurücklässt und in ein Raumschiff steigt. Es muss nämlich jemand gerettet werden.

Die Serie knüpft an die lange ungeliebten Prequels der Star-Wars-Kinofilme an

Die sechsteilige Miniserie schließt die Lücke, die im Star-Wars-Kanon zwischen den Prequels und der Original-Trilogie klafft. Zwischen der Geburt der Zwillinge Luke und Leia in Die Rache der Sith und dem Auftritt der beiden als jungen Helden der Galaxis in Krieg der Sterne. Dass sich die weitere Erzählung überhaupt nur in die Nähe der Teile eins bis drei wagen würde, jener drei Kinofilme, die George Lucas von 1999 an selbst verantwortet hat, war lange unwahrscheinlich. Sie galten Fans als Tiefpunkt des Franchise: zu viele Effekte, zu wenig Star-Wars-Seele und, vor allem, Jar Jar Binks.

In den letzten Jahren hat sich das ein wenig geändert. Wer jung war, als die Prequels im Kino waren, blickt heute mit nostalgischem Wohlgefallen auf sie zurück - zum Beispiel auf die Liebesgeschichte zwischen Anakin und Padmé Amidala. Dass Disney daran nun anknüpft, ist für Millionen jüngerer Star-Wars-Verehrer deshalb nun doch das, was man "Fan Service" nennt.

Der beginnt so richtig, als klar wird, warum Obi-Wan sich nun gerade auf Tatooine vor den Jedi-Jägern versteckt. Ab und zu guckt er nämlich heimlich aus der Ferne beim kleinen Luke Skywalker vorbei, auf den aufzupassen er in Die Rache der Sith versprochen hatte. Dass er von Tatooine aufbricht und die Action beginnt, liegt wiederum an dessen Schwester Leia: Die Zehnjährige mit der Zahnlücke, der das Prinzessinnenleben auf Alderaan zu langweilig ist, wurde entführt. Obi-Wan soll sie retten.

Zwischen den beiden entsteht, so viel ist am Ende der zwei bisher veröffentlichten Folgen klar, die klassische, aber hier mal wieder sehr schön anzusehende Dynamik vom grummeligen Mann, dem ein frühreifes Kind das Herz erweicht. Darin ist Obi-Wan Kenobi der großartigen Vorgänger-Serie The Mandalorian sehr ähnlich. Und auch wenn es hier wohl kein Baby Yoda geben wird: Obi-Wan kauft der kleinen Leia immerhin ein süßes grünes Cape.

Sechs Folgen auf Disney+.

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