Als Auslandskorrespondenten, natürlich die vom Fernsehen, noch berühmt waren, war Gerhard Konzelmann so berühmt wie Ulrich Wickert (den kennt man heute als Ehemann von Julia Jäkel) oder Klaus Bölling (früher der Regierungssprecher von Helmut Schmidt). Konzelmann, der 2008 starb, berichtete für die ARD lange aus dem Nahen Osten, veröffentlichte viele Bücher und hätte heute ein stärkeres Wer-hat's-wirklich-geschrieben-Problem als Annalena Baerbock. Konzelmann war unter Kollegen auch dafür bekannt, dass er gelegentlich optische Hintergründe dramatisierte, wenn er vor der Kamera stand. Während des Jom-Kippur-Kriegs 1973 musste mal ein größerer Sandhaufen in Israel als Wüste Sinai dienen; ein andermal soll der Korrespondent in einem Heizungskeller die Brücke eines Öltankers simuliert haben. Solche Dinge waren in einem Zeitalter, in dem nicht jeder alles irgendwo mit einem Telefon filmte, einfacher, wenn auch nicht anständiger.
Journalistische GlaubwürdigkeitWahrheit im Schlamm
Lesezeit: 3 Min.

Eine RTL-Reporterin beschmiert sich für einen Flutbericht mit Dreck. Warum das nicht nur eine verwerfliche Idee ist, sondern auch eine aus dem vordigitalen Zeitalter.
Von Kurt Kister
