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Harry und Meghan bei Netflix:Rollenwechsel

Prinz Harry und Herzogin Meghan

"Inhalte teilen, die informieren, aber auch Hoffnung geben": Meghan und Harry.

(Foto: Chris Jackson/dpa)

Der Herzog und die Herzogin von Sussex, Prinz Harry und Meghan, schließen einen Vertrag mit Netflix.

Von Alexander Menden

Einer der größten Publikumserfolge des Streamingdienstes Netflix ist bekanntlich The Crown. Diese fiktionalisierte Version der Regierungszeit der britischen Königin Elisabeth II., mit mehr finanziellem Aufwand gedreht als jede andere Netflix-Serie bisher, ist eine perfekt inszenierte Seifenoper. Ihre Verlängerung um eine sechste Staffel wurde im vergangenen Monat bekannt gegeben (drei sind bisher abrufbar). Nun aber ist es Netflix anscheinend gelungen, der Fiktion eine Art von royalem Reality-TV hinzuzufügen: Der Herzog und die Herzogin von Sussex, Prinz Harry und Meghan, sind mit dem Streaming-Riesen übereingekommen, zukünftig gemeinsam eine Reihe von Programmen zu erarbeiten.

Der mehrjährige Vertrag umfasst dem Vernehmen nach Dokumentationen, Doku-Serien, Spielfilme, Drehbuchshows und Kinderprogramme. Diese Nachricht kommt ein halbes Jahr, nachdem das Paar aus ihren offiziellen Rollen als Repräsentanten des Hauses Windsor ausschieden und nach Kalifornien zogen, um sich dem Fokus der Medien zu entziehen. Nun haben sie laut Netflix-Chef Ted Sarandos in der Plattform ihr "kreatives Zuhause" gefunden. Harry und Meghan zeigen sich "erfreut, mit Netflix zusammenzuarbeiten". Dessen "beispiellose Reichweite" werde ihnen helfen, "Inhalte zu teilen, die informieren, aber auch Hoffnung geben", sagten Prinz Harry und seine Frau Meghan. Als "frischgebackene Eltern" sei es ihnen zudem wichtig, "inspirierende Familienprogramme zu erstellen".

Der Prinz ist derzeit bei Netflix bereits in Rising Phoenix zu sehen, einem Dokumentarfilm über die Paralympischen Spiele. Meghan hatte ihrerseits zuvor für Disney als Sprecherin an einer Naturdokumentation über Elefanten mitgewirkt, die über das Filmlabel "Disneynature" vertrieben wurde. In den vergangenen Wochen hatte das Paar mit einer Reihe traditioneller Medienunternehmen und Streaming-Dienste Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit geführt. Laut dem Medien-Newsportal Deadline.com soll der nun erzielte Deal mit Netflix einen Gesamtwert von bis zu 150 Millionen US-Dollar haben. Zu den bereits in der Entwicklung befindlichen Projekten gehören demnach "eine innovative Naturdokumentationsserie und eine Zeichentrickserie, die inspirierende Frauen feiert". Alle royalen Netflix-Formate werden unter dem Banner einer eigenen Produktionsfirma entstehen, deren Name aber noch unbekannt ist. Allerdings plant Meghan offenbar keine Rückkehr zur Schauspielerei. Sie war vor ihrer Heirat in der Serie Suits zu sehen gewesen.

Strategisch kann die Ankündigung auch als Schritt des Paares gewertet werden, wieder mehr Kontrolle über das eigene öffentliche Image zu erlangen. Am 11. August hatten die amerikanischen Autoren Carolyn Durrand und Omid Scobie das Buch Finding Freedom veröffentlicht. Es ist eine inoffizielle Beschreibung der zunehmenden Spannungen zwischen dem Herzogspaar und der übrigen britischen Königsfamilie. Ein Sprecher der Sussexes betonte, sie seien für dieses Projekt nicht interviewt worden.

© SZ/hy/ebri

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