Polizeiruf-Folge "Für Janina" ARD entfernt Anti-AfD-Aufkleber aus "Polizeiruf 110"

Die umstrittene Polizeiruf-Folge mit Bukow (Charly Hübner, r.), kollegin König (Anneke Kim Sarnau) und dem Verdächtigen Wachs (Peter Trabner).

(Foto: Christine Schroeder/dpa)
  • In der "Polizeiruf 110"-Folge "Für Janina" war für wenige Sekunden ein Anti-AfD-Aufkleber zu sehen. Die Partei kritisiert das als Hetze gegen die AfD.
  • Die Junge Union München Nord beklagte sich über ein Antifa-Logo, das ebenfalls zu sehen war.
  • Nun wurde in der ARD-Mediathek der Anti-AfD-Aufkleber digital aus der Folge entfernt.

Die "Polizeiruf 110"-Folge "Für Janina" wurde für die ARD-Mediathek nachbearbeitet. In der am 11. November im Ersten ausgestrahlten Folge waren im Büro der Ermittlerin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) Aufkleber und Poster zu sehen, die die politische Einstellung der Filmfigur verdeutlichen sollten. An der Magnetwand hinter ihrem Schreibtisch waren unter anderem eine Regenbogenfahne und ein Plakat der Punkband "Feine Sahne Fischfilet" zu sehen. Außerdem hingen dort: ein "FCK AFD"-Aufkleber sowie ein Poster mit Antifa-Logo und der Aufschrift "Nazi verpiss dich".

Es folgten Beschwerden von der AfD und der Jungen Union. Wie die "Neue Westfälische" berichtet, hatte die AfD eine Beschwerde beim Rundfunkrat erwogen und den Filmemachern Hetze gegen ihre Partei vorgeworfen. Die Junge Union München Nord schrieb auf Facebook von einer "Schleichwerbung für Antifa".

Nun wurde der "FCK AFD"-Aufkleber aus der Folge entfernt. In der ARD-Mediathek findet sich der Hinweis, dass der Film "für eine weitere Ausstrahlung einer digitalen Bildbearbeitung unterzogen" worden sei. Weiter heißt es: "In einigen sehr kurzen Sequenzen war unbeabsichtigt im Hintergrund ein kleiner Anti-AfD-Aufkleber zu sehen. Die bearbeitete Fassung ist nun hier online und in der Mediathek abrufbar."

Auf Anfrage der SZ erklärt der NDR, dass es "in Filmen mit einer frei erfundenen Handlung" üblich sei, "keine real existierenden Parteinamen zu verwenden". Der Anti-AfD-Aufkleber sei zudem in den meisten Szenen in dem Büro ohnehin nicht auf der Pinnwand zu sehen gewesen. Daher habe die Redaktion entschieden, den Anti-AfD-Aufkleber in der Mediathek-Fassung entfernen zu lassen. Die anderen Aufkleber in dem Büro richteten "sich gegen Rechtsradikalismus und nicht gegen eine bestimmte Partei".

Eoin Moore, Drehbuchautor und Regisseur dieses Polizeirufs, hatte laut HAZ die Kritik dagegen zurückgewiesen. Die Filmfigur Katrin König vertrete ein linkes Weltbild und die Büroeinrichtung habe es von Anfang an gegeben. "Wie bei jedem anderen Menschen auch bildet ihr Arbeitsumfeld ihre Haltung ab."

Auf Twitter reagierten viele Nutzer irritiert auf die Veränderung der Folge. Die Junge Union München Nord sieht sie dagegen als Erfolg ihrer Beschwerde und schreibt auf Twitter: "Wenn man Antifa Werbung versteckt in Unterhaltungsformaten der ARD kritisiert, dann sorgt das bei der politischen Linken für entlarvende Entrüstung." Das Antifa-Logo ist in der bearbeiteten Fassung weiterhin zu sehen.

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