Podcast-Tipps im März:Das bringt die Zukunft

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(Foto: Luis Murschetz)

Totale Überwachung, neue Entwürfe für eine Gesellschaft und eine Reise zum Mars: vier Podcast-Empfehlungen.

Von SZ-Autorinnen und -Autoren

KI-Mom

ardaudiothek.de

Fynn und Kira - das wird nichts mit den zweien. Beide fühlen sich einander überlegen, der Mensch der Künstlichen Intelligenz und umgekehrt. Weil sie im jeweils anderen ein entscheidendes Defizit ausmachen: Kira, die KI, missbilligt die Irrationalität der Menschen. Fynn, den es in ihren Einflussbereich verschlagen hat, wiederum verabscheut die Maschine, weil sie weder emotionale noch moralische Kriterien kennt. Und weil er ihr unterstellt, sie würde ihn und überhaupt ihr ganzes Umfeld manipulieren. Dies ist eine der spannenden Fragen dieser Science-Fiction-Serie: Ist die KI tatsächlich in der Lage, taktisch vorzugehen? Oder gibt sie Informationen tatsächlich nur deshalb selektiv preis, wie sie sagt, weil man sie nach dem Rest nicht gefragt habe? Das Autorenduo Serotonin - Marie-Luise Goerke und Matthias Pusch - hat diesen Sci-Fi-Thriller in 20 Episoden für den SWR produziert: Die Menschheit hat es in dieser Geschichte geschafft, die Erde vollständig zu ruinieren. Unter der Anleitung von Kira gibt es nun den Versuch, nach ausschließlich rationalen Kriterien eine neue Zivilisation aufzubauen - aus Resten der alten Menschheit. Stefan Fischer

Red Frontier

open.spotify.com

Verglichen mit den Künstlichen Intelligenzen, die man aus der Fiktion sonst kennt, auf einem Spektrum vom bösen Supercomputer HAL aus 2001: A Space Odyssey bis zur Stimme zum Verlieben aus dem Film Her also, ist "Eve" zunächst schwer einzuordnen. Etwas überfürsorglich wirkt sie, wenn sie Commander Taylor Fullerton ständig rät, zu essen oder zu schlafen, weil das aufgrund des von ihr berechneten Energieverbrauchs jetzt an der Zeit sei. Eve war nun lange die einzige Kommunikationspartnerin der Kommandeurin, denn die führt in völliger Isolation eine Mission auf dem Mars durch. Drei Jahre zuvor starb ihre gesamte Mannschaft, scheinbar durch eine Epidemie, nur ihr selbst gelang es, zu überleben und die Pionierarbeit auf dem Mars fortzusetzen. Das private High-Tech-Unternehmen MSC will dort noch mal ganz von vorne anfangen, den roten Planeten kolonisieren, weil die Erde sich inmitten von klimatischen und sozialen Katastrophen selbst zerstört. Als die Kommandeurin unverhofft von einer irdischen Rettungscrew erreicht wird, ist das für sie aber kein Grund zur Freude. Die hochklassige Produktion vom Podcast-Giganten Gimlet stellt die große Frage: Wer ist hier wirklich böse: Mensch oder Maschine? Aurelie von Blazekovic

1984

ardaudiothek.de

Vor dem Hintergrund von Faschismus und Stalinismus beschwor George Orwell in 1984 die Gefahren von Unterdrückung, Geschichtsfälschung, Überwachung. "Big Brother is watching you!" Seitdem gibt es im Englischen dafür das Wort "orwellian". Klaus Buhlert, der den Klassiker als Hörspiel adaptiert hat, bescheinigte Orwell in einem Interview einen "politisch-visionären Blick in die Zukunft". Seine mit Elisa Plüss, Felix Goeser und Jens Harzer hochkarätig besetzte Inszenierung ist jedoch nicht einfach eine Parabel auf die Gegenwart. Der Hörspielregisseur stiftet allein auf der Soundebene maximale Verwirrung mit skandierten Parolen, die den antiken Chor wachrufen, wehmütigen Geigen, die fast kitschig wirken, sowie verzerrten Stimmen, die an frühe Science-Fiction-Filme erinnern. Mit dem Ziel, uns für Manipulationen aller Art zu sensibilisieren: "Unser Ohr", weiß Buhlert, "ist eben ein ausgezeichneter Lügendetektor!" Wem ist zu trauen? Diese Frage stellt man sich hier ständig. 1984 ist auch eine packende Geschichte über Liebe und Verrat in Zeiten des Totalitarismus. Florian Welle

sz.de/podcast-tipps

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