bedeckt München 16°

Journalismus:"New York Times" bekommt neue Verlagschefin

New York Times: Meredith Kopit Levien folgt auf Mark Thompson

Meredith Kopit Levien.

(Foto: Rachel Murray/AFP)

Die 49-Jährige Meredith Kopit Levien soll im September auf den bisherigen CEO Mark Thompson folgen.

Von Theresa Hein

Am Mittwoch hat die New York Times eine neue Verlagschefin ernannt: Meredith Kopit Levien. Die 49-Jährige ist seit sieben Jahren Teil der New-York-Times-Belegschaft und begann als Marketingchefin.

Kopit Levien beerbt in der Position den bisherigen Verlagschef Mark Thompson. Thompson, 63 Jahre alt, gab in einem Statement bekannt, er trete von dem Posten zurück, "da wir alles erreicht haben, was ich mir vor acht Jahren, als ich zur Times Company kam, vorgenommen habe". Thompson hat in seiner Zeit als Verlagschef maßgeblich zum digitalen Wandel der Zeitung beigetragen. Die New York Times hat in diesem Frühjahrsquartal 587 000 neue Digitalabonennten dazugewonnen und zählt inzwischen über sechs Millionen zahlende Leser - ein historischer Höchstwert.

Bei den Personalien der New York Times hat sich in den vergangenen Wochen einiges getan: Zuerst war James Bennet, der einflussreiche Chef der Meinungsseite, gegangen. Er verließ die Zeitung nach der Publikation eines umstrittenen Meinungsbeitrages des Senators Tom Cotton. Nach ihm verließ auch die Meinungsredakteurin Bari Weiss Mitte Juli die New York Times.

Mark Thompson hatte im Februar bekannt gegeben, bis zum Jahr 2025 wolle man bei der New York Times die Zahl von 10 Millionen Abonnenten erreichen. Meredith Kopit Levien sagte im Online-Beitrag der New York Times: "Wir haben sehr ambitionierte Ziele für die New York Times, und wir haben ganz generell sehr ambitionierte Ziele für unabhängigen Journalismus."

Am Mittwoch war zudem bekannt geworden, dass die New York Times die Audioproduktionsfirma "Serial Productions" übernehmen wird - laut Insiderberichten für 50 Millionen US-Dollar.

© SZ/Bloomberg/NYT
Mark Thompson

SZ PlusMark Thompson im Interview
:"Es ist verrückt"

Der größte Feind der New York Times ist der US-Präsident. Verlagschef Mark Thompson über Journalismus in Trump-Zeiten, Ein-Dollar-Abos und seine Lesegewohnheiten.

Interview von Caspar Busse

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite