RTL-Dschungelcamp: Tag 7 "Ich weiß noch nicht mal so richtig, was Steuern sind"

Evelyn Burdecki (links) offenbart an Tag sieben Wissenslücken. Und Sandra Kiriasis spricht (doch)!

(Foto: TV Now)

Bastian erzählt von einem Missverständnis mit dem deutschen Finanzamt. Mitcamperin Evelyn offenbart Wissenslücken. Und Gisele sitzt in der RTL-Mobbingspirale fest.

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Thema des Tages: die Zumutungen des Zusammenlebens. Die Streitpunkte im Promi-Camp sind dabei dieselben wie in jeder Wohngemeinschaft: Kühlschrank, Klo, Charakter. Gut, einen Eisschrank gibt es im unzivilisierten TV-Dschungel natürlich nicht, dafür aber eine Feuerstelle. Und territoriale Ansprüche. Hier geht es nicht ums Feuer machen, sondern um die Macht am Feuer. Wessen Pfanne darf zuerst auf die Flamme? Chris Töpperwien scheitert mit seinem Putsch­ver­such - und besteht zumindest auf die Löffelchenvormachtstellung: "Keiner rührt jetzt!" Es wird dann aber natürlich doch etwas vermengt: das Konkrete mit dem Grundsätzlichen. Leila Lowfire vermisst bei Mitcamper Chris den Respekt, dem wiederum fehlt es bei Leila an der nötigen Kinderstube: "Ich bin nicht mit 15 ausgezogen, ich bin nicht rumgetingelt in WGs, ich war nicht Schlüsselkind." Offensichtlich - sonst wüsste der "Currywurstmann", wie leicht man sich selbst ausschließt.

Auch das Thema Toilette sorgt für Ärger. Teamchef und Lager-Schamane Chris (Spezialität: viel Wind machen) hat an Tag sieben nicht nur Hummeln im Hintern, sondern auch "Ameisen im Arsch". Denn: "Der Deckel war wieder auf. Für mich ist das gehirnamputiert." Womit wir beim heißesten Konfliktherd in jeder WG-Küche wären: den Defiziten der jeweils anderen Mitbewohner. Da gibt es Besserschisser wie Chris. Laberflaschen wie Bastian Yotta, der es nach seinem Versagen in der Dschungelprüfung mit einer Selbstgesprächstherapie versucht. Und stille Hasser wie Bobfahrerin Sandra Kiriasis, die neuerdings redet - also zumindest hintenrum.

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Und die Dschungelprüfung? Drei Worte: Gisele, null Sterne.

Worüber wurde am Lagerfeuer gesprochen? Über Giseles null Sterne. Die RTL-Strategie geht damit wie in fast jedem Jahr auf: Man nehme eine junge Frau, die ihre Rollentauglichkeit als wahlweise "Zicke", "Heulsuse" oder "Nervensäge" bereits in einem einschlägigen TV-Format unter Beweis gestellt hat (bevorzugt: Germany's Next Topmodel). Gebe ihr ordentlich Sendezeit, die auf genau dieses Image einzahlt. Und warte darauf, dass die Zuschauer sie brav jeden Tag wieder in die Dschungelprüfung wählen. Wo sie dann - genau - rumzickt, rumheult oder rumnervt. Fertig ist die Mobbingspirale. Wobei sich auch im Fall von Gisele die Frage stellt, was ihre Mitbewohner eigentlich am meisten ärgert: Dass sie nichts zu essen bekommen? Oder keine Bildschirmzeit? Sandra findet jedenfalls, Gisele habe "kein Feuer". Und Domenico de Cicco sähe sie am liebsten im Feuer: "Wir braten die, ey. Stock in den Arsch und dann drehen wir die - am Spieß." Als Zuschauer ist man in diesem Moment unschlüssig, was beunruhigender ist: Domenicos Folterphantasien oder seine vogelwilde Verwendung von Sprachbildern.

Satz für die TV-Annalen: "Ich weiß noch nicht mal so richtig, was Steuern sind." (Sagt Evelyn Burdecki, als sie von Bastian Yottas Gefängnisaufenthalt wegen eines Steuermissverständnisses erfährt. Die Kandidatin zieht den Telefonjoker: "Ich würde jetzt gern meinen Steuerberater anrufen und fragen, ob alles okay ist.")

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Tragende Rolle: die Wetterfee. Es bewerben sich: Evelyn ("Herrgott, lass Regen regen") und Bastian ("Es zieht ein Gewitter auf und wird einigen die Maske vom Gesicht waschen"). Am Ende macht die weibliche Bewerberin trotz Wissenslücken das Rennen. Der männliche Kandidat stolpert über einen Sexismus-Skandal. Es fällt das Wort "Schlampe" - und damit Bastian Yottas Maske zuallererst.

Moral der Geschichte? "So 'ne Arschlochnummer werden die Zuschauer nicht verzeihen", sagt Bastian Yotta. Er hat natürlich keinen MeToo-Moment. Der Yotta mag das Präfix "selbst-" abonniert haben, er ist selbstverliebt, selbstherrlich, ein Selbstdarsteller - einzig die Fähigkeit zur Selbstkritik ist ihm nicht gegeben. Der Mann hat seinen Künstlernamen immerhin nach dem größtmöglichen Maßeinheitenvorsatz im metrischen System gewählt. Nein, Bastian spricht über Mitbewohnerin Gisele, die sich am Vortag über sein Totalversagen in der "Spülhölle" amüsiert hatte. Recht behalten könnte er trotzdem. Und wäre das nicht yotta-ironisch?

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