RTL-Dschungelcamp: Tag 13 "Ich hätte Bock gehabt, mal über Sex zu reden"

Satz mit X: Bastian Yotta und Evelyn Burdecki holen bei der Dschungelprüfung null Sterne.

(Foto: TV Now/Stefan Menne)

Der Kampf um Sendeminuten geht in die entscheidende Phase. Evelyn macht Handstand. Bastian wischt sich Maden vom Waschbrettbauch. Doreen sagt "Klöten" - und dann Ade.

TV-Kritik von Johanna Bruckner

Frage des Tages: Wohnst du noch oder strebst du schon? Offiziell konkurrieren die Camper um die Dschungelkrone, aber tatsächlich ist die wichtigste Insignie der Macht mediale Aufmerksamkeit. Tag 13 von 16 bedeutet: Der Kampf um kostbare Sendeminuten geht in die entscheidende Phase, der Battle um Bildschirmzeit nähert sich seinem Höhepunkt. Es gilt, die richtige Strategie zu fahren - und vor allem, taktische Fehler der geschassten Konkurrenz zu vermeiden. So analysieren Chris Töpperwien und Bastian Yotta die enttäuschende Leistung von Leila Lowfire. Von der hatte sich RTL ein "Knistern am Lagerfeuer" versprochen. Doch statt Knackknack lieferte Leila keusche Kabbeleien um Küchenuten­silien ab. Und gab ansonsten die Mona Lisa von Murwillumbah, die lieber lächelte als Leiden­schaft­liches zu diskutieren. "Ich hätte Bock gehabt, mal über Sex zu reden", sagt Bastian. "Sex-Expertin und Sex-Podcast - aber dann hier im Dschungel so gar nicht drüber reden wollen. Außer immer zu sagen: 'Schau' her, die Fliegen bumsen.'"

Auch Chris fühlte sich nicht "mega unterhalten". Blanke Brüste beim Duschen mögen ihren Reiz haben. Aber: "Da hat man sich nach zwei Wochen auch satt gesehen."

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Tragende Rolle: das Showgirl (nicht zu verwechseln mit dem Showergirl, siehe oben). Evelyn Burdecki macht Handstand im Dschungeltelefon, Theater in der Dschungelprüfung (siehe unten) und ihre Mitbewohner fuchsteufelswild ("Jetzt hör' die Motzerei auf und hau' ihr auf die Fresse"). Was aber weniger an ihren diversen Regelverstößen im Camp und mehr an ihrer Stoßkraft Richtung Kamera liegen dürfte. "Natürlich ist die auch nicht doof und möchte Präsenz haben im Fernsehen", sagt Chris. Und Bastian vermutet gar: "Davon, wie dumm sie sich gestellt hat, waren weniger als 50 Prozent echt." Was für ihre Mitbewohner ein unerträglicher Geltungsdrang ist, ist für RTL eine Garantie zum Gelddrucken: Von Persönlichkeiten wie Evelyn Burdecki, die angeknipst sind, sobald irgendwo ein Aufnahmelämpchen angeht, lebt das Realityfernsehen. Ob die 30-Jährige nun wirklich keine große Leuchte ist oder ihr Licht bewusst unter den Scheffel stellt? Aus Sicht von Sender und Wohnzimmerempfängern ist das egal. Hauptsache, unterhaltsam.

Worüber wurde am Lagerfeuer gesprochen? Über die nötigen Mittel zur Selbstinszenierung. Nicht jeder ist schließlich eine Evelyn Burdecki, die aus ihren eigenen Unzulänglichkeiten ein Image kreiert hat. Doch RTL hat die persönlichen Gegenstände der Promis eingezogen, weil die ungezogen waren. Teamchef Chris will die Regelverstöße "personifizieren - das ist nicht nur das Harmonie-Camp". Vor allem aber will er: "mein scheiß Haargel wieder". Mangelndes Stehvermögen und keine Abhilfe in Sicht - nicht das einzige Problem an Tag 13. Im Camp haben auch andere etwas zu kompensieren. Der Zarte (Peter Orloff) sehnt sich nach seinen Hanteln. Und der Harte (Bastian Yotta) sagt: "Ich möchte mein Kuschelkissen."

Im Konkurrenzkampf um die Gunst des Publikums wird der TV-Busch zur Tauschbörse - und plötzlich geht es doch noch um Sex. Oder zumindest um Geschlechtsteile. Von den Verbliebenen möchte schließlich keiner enden wie Leila Nofire.

Bastian: "Doreen, kannste mir morgen 'nen Bikini leihen? Ich möchte Punkte machen bei den Zuschauern."

Doreen: "Wenn deine Klöten da reinpassen."

Bastian: "Bei dem kalten Duschwasser, ja."

Und die Dschungelprüfung? Ist traditionell die Plattform, um sich in Erinnerung zu rufen. Oder wie es Bastian formuliert: "Ich muss heut' in die Dschungelprüfung, damit das 'Vielleicht' wieder weg­kommt." Blöd nur, dass er bei der Tagesaufgabe "Kriech der Sterne" zum Nichtstun verdammt ist. Während Mitstreiterin Evelyn kreischend in den Nahkampf mit Mini-Krokodilen geht, liegt der Yotta festgeschnallt in einer Höhle. Sein Fazit zu null Sternen und nur minimal mehr Sendezeit: "Heute nix Superman, heute super scheiße." Bastian versucht zu retten, was noch zu retten ist: Er lüftet sein T-Shirt und wischt sich ein paar Maden vom Waschbrettbrauch.

Wer ist raus? Doreen Dietel. Ihr Weggang dürfte vor allem die deutsche Optikerindustrie schmerzen. Wenn die Schauspielerin in den vergangenen Tagen im Bild war, dann meistens mit tränenfeuchten Augen. Am besten kam dabei noch ihre Brille weg, ein angesagtes Retro-Modell mit Doppelsteg.

Satz für die TV-Annalen: "Wenn sie Scheiße baut, haben wir auch Kacke an der Hacke." (Sagt Chris Töpperwien über Mitcamperin Evelyn Burdecki. Der dürfte das am Allerwertesten vorbeigehen. In dieser Phase des Spiels gilt: Jede Presse ist gute Presse.)

Moral der Geschichte? "Gib Leuten Macht und sie zeigen ihren wahren Charakter", philosophiert Bastian. Das ist als Spitze gegen Teamchef Chris gedacht. Doch der Verbalangriff geht ins Leere. Macht hat im Dschungelcamp nur RTL. Und Charakter macht gerade Ferien.

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