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Weihnachtsvermittlung:Ein paar Mal schickte er den Rettungswagen

In diesem Jahr hat sich der 33-Jährige vier Wochen für sein Ehrenamt freigenommen. Gemeinsam mit zwei Helfern hat er schon mehr als 4000 Anfragen bearbeitet. Ihr Versprechen: Jedem Suchenden, der sich bis zum 21. Dezember meldet, möchten sie einen Gastgeber für Heiligabend besorgen.

Mit der Einsamkeit ist Fein auf ein Tabuthema gestoßen, das nicht nur alte Menschen betrifft. Es melden sich Menschen jeden Alters - zwischen 14 und 97 Jahren. Sie sind aus unterschiedlichen Gründen einsam: Alleinerziehende und Berufspendler sind dabei, aber auch Linke in Ostdeutschland, die nach eigenen Angaben unter "politischer Einsamkeit" leiden. Natürlich schreiben auch Menschen mit ernsthaften psychischen Problemen. Denen gibt Fein die Nummer der Telefonseelsorge, ein paar Mal schickte er den Rettungswagen zu Menschen, die suizidgefährdet wirkten.

Wetter "Wo es warm ist, musst du konsumieren"
Obdachlose im Winter

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Im Winter wird aus dem Leben auf der Straße ein Überleben auf der Straße. Ein Dortmunder Obdachloser erzählt, wie er durchkommt und wie Weihnachten trotzdem schön wird.   Interview von Janis Beenen

Nach einem ähnlichen Prinzip wie #KeinerBleibtAllein funktioniert die Facebook-Gruppe "Weihnachten (nicht) allein 2018". Im vergangenen Jahr für den Raum Stuttgart gegründet, weitete Sarah Blaschke aus dem baden-württembergischen Welzheim das Angebot auf ganz Deutschland aus, als sie die Organisation für dieses Jahr übernahm. Die 28-jährige Heilerziehungspflegerin hatte im vergangenen Jahr schon zwei fremde Frauen zu sich nach Hause eingeladen. "Ich kenne Weihnachten nur schön und wollte etwas abgeben", sagt sie. Vor und nach der Arbeit verbringt sie nun täglich mehrere Stunden damit, Gastgeber und potenzielle Gäste miteinander zu verbinden.

Keiner der beiden, weder Christian Fein noch Sarah Blaschke, befasst sich näher mit Einzelschicksalen. "Ich bin ein sehr fauler Mensch, und es interessiert mich auch einfach nicht", sagt Fein. Er sortiert Angebote und Gesuche nach Wohnorten in eine Excel-Tabelle und verbindet sie miteinander. Eine Garantie, dass die Menschen dann auch einen Draht zueinander haben, gibt es nicht. Ebenso wenig gibt es die Sicherheit, dass die andere Person wirklich die ist, die sie vorgibt zu sein. Blaschke appelliert daher an die Eigenverantwortung der Teilnehmer. Als Gastgeber sollte man besser nicht alleine einen Fremden empfangen, und Gäste sollten irgendjemanden darüber informieren, wohin sie gehen.

Roman Swietlik startete dank der Twitter-Aktion in Gesellschaft ins Jahr 2018. Nachdem die Silvesterraketen verschossen waren und alle zusammen Karten spielten, sei es persönlicher geworden, "wärmer", sagt Swietlik. Das schwule Paar, mit dem er sich so nett unterhalten habe, habe ihm sogar das Taxi nach Hause gezahlt. "Einen Versuch war es wert", findet er, auch wenn er seine Gastgeberin nicht wieder treffen möchte.

Singen "Hauptsache, es macht Spaß"

Deutsche und Singen

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Kathrin Giehl leitet den Chor der Regensburger Domspatzen. Im Interview erklärt die 43-Jährige das Verhältnis der Deutschen zum Gesang. Und warum wir lieber in der Kirche als am Lagerfeuer singen.   Interview von Violetta Simon