Versailler Vertrag Der Friede, den keiner wollte

Deutsche Delegation für die Friedensverhandlungen in Versailles, 1919

Die Mitglieder der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Versailles.

(Foto: Süddeutsche Zeitung Photo)

Vor 100 Jahren unterzeichnen die besiegten Deutschen den Versailler Vertrag. Die junge Weimarer Republik wird sehr schwer daran tragen - und der nächste Krieg ist nur zwei Jahrzehnte entfernt.

Von Robert Probst

Adolf Gröber wagt Unerhörtes. Am 22. Juni 1919 debattiert die Nationalversammlung in Weimar hitzig über den Friedensvertragsentwurf von Versailles. Der neue Reichsministerpräsident Gustav Bauer (SPD) hat gerade von einem "Unrechtsfrieden" gesprochen. Letztlich sehen das die meisten Deutschen so. Gleichwohl plädiert Bauer dafür, den Vertrag zu unterschreiben. Die Franzosen stehen schon bereit, bei einem Nein in Deutschland einzumarschieren. "Ein Nein wäre nur ein kurzes Hinausschieben des Ja! Unsere Widerstandskraft ist gebrochen; ein Mittel der Abwendung gibt es nicht", sagt Bauer. ...

Lesen Sie mit SZ Plus auch:
Erster Weltkrieg "Ja, wie sie dalagen"

Erster Weltkrieg: Die Schlacht um Verdun

"Ja, wie sie dalagen"

Zwei Tote für jeden Meter Landgewinn: Die Schlacht von Verdun, die vor 100 Jahren begann, war eine der schrecklichsten der Geschichte. Akten eines Regiments lassen das Grauen erahnen.   Von Hubert Wetzel