Stilkritik: Richard Branson:Der dauergebräunte Charity-Ritter

Was er anpackt, geht in die Luft und wird zu Geld: Den Griff von Milliardär Richard Branson bekam auch Kate Moss zu spüren.

Christian Mayer

Sir Richard Branson zählt zu jener Gruppe von Erfolgsmännern, die sich mit aller Macht gegen das Älterwerden wehren. Die Zeit schreitet ja leider unerbittlich voran, das ist nun mal so, wenn man demnächst 59 wird, und deshalb lässt der Unternehmer aus England keinen Fototermin, keinen roten Teppich, kein Topmodel mehr aus.

Richard Branson Kate Moss Virgin Atlantic; Getty Images

Alles im Griff: Der Milliardär und Berufsjugendliche Richard Branson hebt das Supermodel Kate Moss bei einer PR-Veranstaltung beherzt in die Lüfte.

(Foto: Foto: Getty)

Auf der Suche nach immer neuen Lustbarkeiten rauscht er von einem Ort zum nächsten: heute Wimbledon und die Tennis-Schickeria, morgen Silverstone und die Formel 1, übermorgen das Weltall oder auch umgekehrt, ganz egal, jedenfalls ist Branson immer auf der Jagd nach dem Extrem.

Der dauergebräunte Charity-Ritter ist, das muss man ihm lassen, eine eindrucksvolle Figur: Tadellos ist seine Körperhaltung, tadellos der nach Aristokratenart getrimmte Bart, tadellos das perlweiß glänzende Erfolgslächeln, ganz zu schweigen von der rotblond bis gelblich schimmernden Prinzenfrisur, mit der er gut in eine Rosamunde-Pilcher-Verfilmung im ZDF passen würde.

Längst ist Branson nicht mehr von dieser Welt; er schwebt über den Wolken, im Heißluftballon oder in einem seiner vielen Flugzeuge. Gerade hat seine Airline Virgin Atlantics 25. Geburtstag gefeiert, und diesen Anlass nutzte der Milliardär zu einem PR-Tänzchen auf dem Flughafen Heathrow.

Als Partnerin diente ihm Kate Moss. Wie es Männer in ihren besten Jahren gerne tun, spielte Branson den jugendlichen Liebhaber und hob die flatterhafte Schöne stolz in den Himmel, noch immer um ein souveränes Lächeln bemüht, obwohl das Supermodel nicht mehr gar so dürr ist wie in ihren besten Zeiten. Rückenleiden und Bandscheibenvorfälle muss man glücklicherweise aber nicht befürchten, wenn man wie Branson gegen alle Widrigkeiten des Jetsets gefeit ist.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB