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Ordnungssinn:Wie Kreativität funktioniert

Der Schreibtisch des Satirikers Will Self.

(Foto: Eamonn McCabe)

Braucht man einen leeren Schreibtisch oder stapelweise Inspiration, um gute Ideen zu haben? Und stimmt es, dass nur unordentliche Menschen besonders kreative Denker sind?

Thomas Manns Arbeitstag war streng getaktet. Um acht Uhr stand der Dichter auf, trank eine Tasse Kaffee, nahm ein Bad und kleidete sich an. Um 8.30 Uhr frühstückte er zusammen mit seiner Frau Katia. Punkt neun setzte sich Mann an seinen Schreibtisch, ein Ungetüm mit Klauenfüßen und großen Schubfächern, das ihn von München aus in sein Schweizer und kalifornisches Exil begleitete. Gute drei Stunden saß er da, dachte und schrieb, umgeben von allerlei Nippes, der auf der Schreibtischplatte säuberlich angeordnet war: Jadebecher und Elefantenzahn, ein siamesischer Bronze-Buddha, eine japanische Vase, Messingleuchter und Federschalen. Auf jeder Station seiner globalen Odyssee bekamen die Sachen ihren festen Platz. Dann "durfte sich nichts rühren, nichts verändern", bemerkte Katia.

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