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Lawinensuchgeräte im Test:Die Tücken der Suche

Verschüttete in einer Lawine schnell und einfach zu orten, ist eine komplexe Anforderung an Geräte-Entwickler: So blockt der Schnee viele moderne und im Computerzeitalter gängige Frequenzen wie Bluetooth oder WLAN ab, und die zahlreichen am Markt befindlichen (Alt-) Geräte fordern eine uneingeschränkte Kompatibilität. Denn schlussendlich geht es darum, möglichst schnell und zuverlässig jeden mit einem LVS Gerät ausgestatteten Lawinenverschütteten zu bergen.

Zunächst einmal spielt die Größe des Lawinenfelds eine entscheidende Rolle. So kann bei einem großen Lawinenfeld die Suchstreifenbreite (= die maximale Reichweite) eines LVS-Gerätes der entscheidende Faktor im Wettlauf gegen die Zeit sein. Durch die Verkürzung der Laufwege und den früheren Erstempfang des Signals vom Verschütteten kann wichtige Zeit gespart werden.

Aber Reichweite ist nicht alles. Vom Erstempfang bis zur Ortung des Verschütteten führen verschiedene Technologien und Strategien zum Ziel: Von der Suche mit dem Analoggerät (wobei Lautstärkeunterschiede vom Suchenden interpretiert werden müssen,) bis zur "vollautomatischen" Navigation mit Pfeil- und Richtungsanzeige.

Das Ergebnis hängt dabei in hohem Maße vom Können des Benutzers ab: Ein Ungeübter ist mit einem analogen Einatennen-Gerät in vielen Situationen überfordert und hat nur mit einer "Vollautomatik" eine reelle Suchchance, währende der Profi mit dem Analog-Gerät beste Sucherergebnisse erzielen kann.

Zusätzlich zu diesen Szenarien, die bei einem Großteil der Lawinenfälle auftreten, sollte ein modernes LVS-Gerät auch in weiteren komplexen Situationen funktionieren: zum Beispiel bei der Verschüttung mehrerer Personen und bei einer großen Verschüttungstiefe von mehr als zwei Metern.

Bei mehreren, eng beieinander liegenden Verschütteten können sich die Signale der Sender überlagern und somit die Identifizierung und Unterscheidung durch den Empfänger erschweren. Die Lösung für solche Situationen erfordert auf technischer Ebene einen hohen konstruktiven Aufwand. Ein in über zwei Metern Tiefe Verschütteter kann nur von einem Dreiantennengerät mit entsprechender Empfangsleistung auf allen drei Antennen und der dazugehörigen Software einwandfrei angezeigt werden.

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