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Japan: Atomkatastrophe:Noch keine zusätzlichen Kontrollen

Auch wenn aus Japan derzeit offenbar nur wenig Waren eintreffen - können Verbraucher damit rechnen, dass diese auf Radioaktivität kontrolliert werden? Die Antwort lautet: Das ist ungewiss. Vorläufig zumindest.

Noch hat die Europäische Union keine zusätzlichen Kontrollen über den normalen Beprobungsplan hinaus angeordnet, darum gilt das normale Prozedere: Kontrolliert wird - stichprobenartig - immer in dem Land, in dem die Waren zuerst europäischen Boden erreichen.

Würde die EU angesichts der aktuellen Risikolage umfangreichere Kontrollen verfügen, würden zusätzliche Proben gezogen werden, "von zehn Prozent aller Chargen aufwärts", sagt ein Sprecher des Hessischen Landeslabors, das unter anderem über die Tierärztliche Grenzkontrollstelle die auf dem Frankfurter Flughafen eingehenden Lebensmittel - nicht nur Fleisch - kontrolliert. Unter Umständen könnte das bedeuten, dass die EU auf die Kontrolle aller Waren aus einem Land besteht.

Schon jetzt will das Hessische Landeslabor auch ohne Anweisung aus Brüssel tätig werden. Bis zu diesem Montag waren allerdings noch keine Waren eingetroffen, wie der Sprecher versichert.

Die Lufthansa, die mit ihrer Cargo-Tochter Waren aus Japan nach Deutschland fliegt, untersucht zwar ihre Flugzeuge auf Radioaktivität, bislang nicht aber die transportierten Güter, sagt ein Sprecher des Unternehmens.

Japanische Produkte, die aktuell in den Regalen des Lebensmittelhandels zu finden sind, dürften bereits vor der Krise ins Land gekommen sein. Und in der aktuellen Situation wird Japan angesichts der desolaten Lage eher Lebensmittel im Ausland kaufen als selbst welche zu exportieren. Doch Tschernobyl zeigt: Radioaktivität ist außerordentlich haltbar.

© sueddeutsche.de/hgn/aum

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