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Gesellschaft - Lübz:Demokratischer Frauenbund im Nordosten aufgelöst

Sternberg/Neubrandenburg (dpa) - 30 Jahre nach der Wende hat sich die größte Massenorganisation für Frauen im Osten Deutschlands - der Demokratische Frauenbund (dfb eV.) - in Mecklenburg-Vorpommern aufgelöst. "Hauptgrund dafür war die Überalterung der Mitglieder", sagte die frühere Landes-Vizechefin Elke Bruhn am Freitag in Sternberg (Ludwigslust-Parchim). Die Abwicklung laufe noch. Einige Frauengruppen wie in Neubrandenburg, Anklam und Sternberg wollten aber noch eigenständig weiterarbeiten. Damit gebe es auf dem Gebiet der ehemaligen DDR nur noch Landesverbände in Thüringen und Sachsen-Anhalt sowie den Hauptvorstand in Berlin, sagte Bruhn, die lange Vizechefin des Landesverbandes MV war.

Der Demokratische Frauenbund Deutschlands (DFD) war am 8. März 1947 in Berlin von mehr als 900 Frauen aus allen Teilen Deutschlands in Berlin gegründet worden. Nach Gründung der DDR wurde der DFD zu einer Massenorganisation unter dem Dach der Nationalen Front entwickelt, die Mitte der 1980er Jahre 1,5 Millionen Mitglieder hatte. Am 27. Oktober 1990 wurde die Vereinigung in Berlin zum dfb e.V. umgewandelt. "Mecklenburg-Vorpommern hatte den größten Verband, und wir waren in allen Kreisen vertreten", sagte Bruhn.

In den 1990er Jahren waren die Kreisverbände in allen neuen Bundesländern Träger großer Beschäftigungsgesellschaften, in denen arbeitslose Frauen wieder Arbeit fanden. Heute seien viele Mitglieder 70 Jahre und älter. Die Frauengruppe in Neubrandenburg erinnert am 8. März an das Schicksal der Häftlinge im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück, das Außenstellen in Neubrandenburg hatte.

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