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Endlose Pandemie:Man möchte schreien. Laut schreien

Illustration: Sead Mujic

Im März hofften wir noch, spätestens im Sommer auf eine bizarre und vor allem einmalige Zeit zurückblicken zu können. Vielleicht sogar etwas Gutes aus dieser Krise zu ziehen. Längst ist klar: Das war zu optimistisch.

Essay von Alex Rühle

Das Beste an dem ganzen Schlamassel war der Zeitpunkt, an dem es losging. Nicht auszudenken, die Maßnahmen wären im November verkündet worden, wenn die Tage immer grauer, kürzer, kälter werden. So aber leuchtete die Welt mit jedem Tag heller, wärmer, grüner. Drinnen düstere Hiobs-News am laufenden Band, draußen Frühling, Licht, Spazierengehen. Ja klar, nur allein oder als Familie und mit dieser seltsamen Achtsamkeits-Choreografie aus Warten, Ausweichen, Vorbeischlängeln. Aber immerhin ist man nicht in der fahlen Dämmerung durch den Schneematsch gestapft, sondern lustwandelte durch täglich freundlichere Natur. Dabei konnte man sich dann noch ein Beispiel nehmen am tapferen Chlorophyll, das Jahr für Jahr stoisch von vorn anfängt. Jedes Blatt macht einfach seinen Job, und schon ist Schönheit in der Welt.

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