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Freizeit:Jeder Dritte fände bundeseinheitlichen Ferientermin besser

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In Bayern und Baden-Württemberg starten die Ferien an diesem Wochenende. Der erwartete Reiseverkehr wird sich dann wohl auch auf andere Bundesländer auswirken. Foto: Christoph Schmidt (Foto: dpa)

Berlin (dpa) - Knapp jeder dritte Bundesbürger fände es besser, wenn es gemeinsame Sommerferien für ganz Deutschland gäbe.

Einen einheitlichen Ferientermin für alle 16 Bundesländer fänden sie "sehr gut" oder "gut", sagten 30 Prozent der Befragten in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur.

Eine Mehrheit von 53 Prozent ist gegen einen Einheitstermin, die übrigen Befragten äußerten keine Meinung. Ab diesem Wochenende haben alle Schüler in Deutschland Sommerferien.

In diesem Jahr gibt es in Deutschland sieben verschiedene Starttermine für die großen Ferien. Als letzte Bundesländer starten nun Bayern und Baden-Württemberg in die schulfreie Zeit. Für die Kinder und Jugendlichen in Berlin und Brandenburg geht es bereits in die letzte Ferienwoche, Ferienbeginn war hier am 20. Juni.

Einen landesweit einheitlichen Ferientermin haben etwa die Nachbarn in Frankreich: In diesem Jahr haben dort alle Schüler vom 7. Juli bis zum 1. September frei.

Warum findet die längste Schulpause in Deutschland eigentlich nicht zeitgleich statt? Die Kultusminister haben 1964 mit dem "Hamburger Abkommen" beschlossen, dass der Start der großen Ferien rotiert. Gestaffelt nach Bundesländern hat jeder Schüler im Sommer mindestens sechs Wochen lang am Stück frei. Hintergrund der Rotation: Es soll vermieden werden, dass die Bevölkerung zur gleichen Zeit den Urlaub antritt, um Verkehr und Nachfrage nach Unterkünften zu entlasten.

Die 16 Bundesländer sind in fünf Gruppen aufgeteilt. So haben zum Beispiel Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland immer gleichzeitig Sommerferien. Baden-Württemberg und Bayern sind zeitlich immer als letztes dran. Der Grund dafür laut Kultusministerkonferenz: Die Schüler in diesen Ländern sind am längsten in den Pfingstferien.

Wenn nun in Bayern und Baden-Württemberg die Ferien beginnen, wird sich der erwartete Reiseverkehr wohl auch auf andere Bundesländer auswirken. Etwa auf den hessischen Autobahnen rechnet der Autofahrerclub ADAC mit langen Staus. Besonders eng dürfte es den Angaben zufolge auf der A5 werden, die Ost- und Nordsee-Urlauber gerne nutzen. Der Frankfurter Flughafen bereitet sich auf einen Ansturm von mehr als 700 000 Passagieren vor.

Auch bei der Fahrt in den Süden gibt es einiges zu beachten: Die Urlauber müssen sich in Tirol und Salzburg wieder darauf einstellen, dass sie die Autobahn an diversen Abfahrten nicht verlassen dürfen. Ein Umfahren der Staus auf Ausweichrouten will die österreichische Polizei erneut verhindern. Das Verbot gilt von Samstag 7 Uhr morgens bis Sonntag 19 Uhr. Am ersten Wochenende der Ende Juni erstmals umgesetzten Maßnahme waren 1000 Urlauber von der Polizei wieder auf die Autobahn zurückgeschickt worden. Zwischenzeitlich war die Zahl der Zurückweisungen deutlich gesunken.

Die Experten des Verkehrsclubs ÖAMTC erwarten auf den Nord-Süd-Verbindungen lange Staus. Das gelte für die Tauernautobahn zwischen Salzburg und Villach, für den Karawankentunnel und natürlich für die Inntalautobahn zum Brenner. Schon am vergangenen Wochenende hätten sich die Urlauber darüber hinaus bis zu zwei Stunden an der Grenze zwischen Slowenien und Kroatien bei Macelj gedulden müssen. In Südtirol erwies sich die Mautstelle Sterzing (A22) als Nadelöhr im Reiseverkehr.

Wegen des Klimas weniger zu fliegen: Diese Überlegung betrifft übrigens die Mehrheit der Deutschen nach eigenen Angaben kaum. Fast zwei Drittel (63 Prozent) fliegen "nie" oder "fast gar nicht". Das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des ARD "Morgenmagazins" ergeben. Mehr als jeder Vierte (29 Prozent) steigt ein- bis zweimal jährlich ins Flugzeug.

Von denen, die mindestens einmal im Jahr ins Flugzeug steigen, glaubt fast jeder Vierte (23 Prozent), dass er in Zukunft weniger fliegen wird. Fast zwei Drittel (64 Prozent) von ihnen sind der Auffassung, dass sie nichts an ihrem Verhalten ändern werden.