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Ausstellung "Traummänner" in Hamburg:Diese Typen dürfen alles

Beziehungsunfähig, rüpelhaft, griesgrämig - Traummänner verkörpern all das, wofür Frauen den eigenen Mann verlassen würden. Eine Ausstellung im Hamburger Haus der Photographie beschäftigt sich mit der weitverbreiteten Lebenslüge "Traummann".

Hinter den bodentiefen Fenstern sieht man im Restaurant der Hamburger Deichtorhallen am frühen Nachmittag kaum Männer sitzen, aber viele Frauen. Frauen mit anderen Frauen, Frauen mit Kindern, Frauen allein. Manche fädeln Nudeln auf Gabeln, andere wippen ein Baby auf den Knien, wieder andere schauen gedankenverloren in die Weite vor dem Fenster. Hängen sie ihren Träumen nach? Träumen sie von Männern? Von welchen? Gibt es Traummänner? Und wenn ja, warum sind die nicht hier und essen mit vom Nudelteller?

Ausstellung "Traummänner" in Hamburg

Prachtstücke

Hetero-Pärchen, wird die junge Frau an der Kasse gleich amüsiert erzählen, "Hetero-Pärchen schauen oft komisch, wenn man ihnen das Kombi-Ticket anbietet." Sie könnten dann mit Rabatt neben der Halle für aktuelle Kunst auch noch das Haus der Photographie besuchen, mit der Ausstellung "Traummänner", 150 Bilder von 50 Fotografen. Fotos von Männern. Von mächtigen, erfolgreichen, schönen, reichen Männern und von ein paar, die sogar alles auf einmal sind.

Heteros scheinen Angst davor zu haben, Angst und falsche Vorstellungen vom idealisierten Mann. Oder es gibt vielleicht auch noch Frauen, die ihren Männern das nicht antun wollen. Die zu einfühlsam sind, um im Beisein ihres echten Mannes einen anderen, irgendwie virtuellen Mann anzuschmachten, wie die ältere Dame, die gerade vor den "Prague Boys" steht, als ihr Mobiltelefon klingelt: "Klaus, ich betrachte nackte Männer, ich habe keine Zeit." Zu ihr gehört ein grauhaariger Herr, der auf eigenartige Weise durch die Brustwarzenporträts dieser leicht metrosexuell rüberkommenden "Prague Boys" hindurchzuschauen scheint. Wahrscheinlich würde er jetzt lieber mit Klaus Tennis spielen.

Etwas widersprüchlich ist die Sache mit dem Traummann schon. Seit Jahrzehnten arbeitet die selbstbewusste Frau daran, dem Mann die Männlichkeit auszutreiben oder zumindest das, was der Mann für männlich hält. Die Männersachen eben. Nichts, was ein Mann kann, würde eine Frau nicht auch können: Bier aus der Flasche trinken, Skispringen, Steaks grillen, Angestellte feuern. Neben solchen Frauen wirken Männer nur noch wie Kumpel, da hakt frau sich zwar gerne unter, aber fällt nicht über ihn her.

Unter den Traummännern jedoch, die es als Exponate in die Hamburger Ausstellung (bis 22. Mai) geschafft haben, finden sich diese entmännerten Kumpelwesen nicht. Die Männer dort sind überwiegend Sexsymbole, entweder für Frauen oder für solche Pärchen, die nicht hetero sind. Bezeichnenderweise gelten solche Männer oft als Traummänner, die es mit Frauen nicht lange aushalten.

Promis mit jungen Frauen

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