Umstrittener Kunst-Impresario:Walter Smerling plant neue Ausstellung

Umstrittener Kunst-Impresario: Walter Smerling stellt bald in den Leipziger Pittlerwerken aus.

Walter Smerling stellt bald in den Leipziger Pittlerwerken aus.

(Foto: IMAGO/Reichwein)

Die Digitalkunst-Schau soll in Leipzig mit der umstrittenen Technik-Firma Palantir als Hauptsponsor stattfinden.

Von Jörg Häntzschel

Der hochumstrittene Kunst-Impresario Walter Smerling plant eine neue Ausstellung. Ab 19. April soll in den Leipziger Pittlerwerken, einem früheren Industriekomplex, die Digitalkunst-Schau "Dimensions" zu sehen sein. Doch weniger als über die Kunst selbst wird über den Hauptsponsor der Ausstellung debattiert werden: Es handelt sich um die Firma Palantir Technologies, die vom weit rechts stehenden Milliardär Peter Thiel mit Hilfe eines Investmentfonds der CIA gegründet wurde.

Smerling veranstaltet seit Jahren große, privat organisierte Ausstellungen, für die er jeweils Privatfirmen als Sponsoren gewinnt. Fast immer werden die Schauen aber dennoch direkt oder indirekt mit öffentlichen Mitteln unterstützt. Mittel, von denen öffentliche Institutionen oft nur träumen können. So war es auch beim bislang umstrittensten Projekt Smerlings, "Diversity United", das 2021 in zwei Hangars des ehemaligen Berliner Flughafens Tempelhof zu sehen war. Stark kritisiert wurde auch, dass neben Frank-Walter Steinmeier und Emmanuel Macron auch Wladimir Putin zu den Schirmherren der Ausstellung zählte.

Die Leipziger Ausstellung soll, so beteuert eine Sprecherin Smerlings, rein privat finanziert werden. Neben Palantir ist auch die Deutsche Telekom Sponsor, der seit Langem nachgesagt wird, enger mit Palantir zusammenarbeiten zu wollen. Die Big-Data-Firma Palantir wurde bekannt, weil Geheimdienste Palantir-Software zur Überwachung nutzten. Zu Palantirs Kunden gehören aber NGOs wie das World Food Program und zivile Konzerne wie Ferrari, Merck und Airbus. In jüngster Zeit gab es Debatten über "Palantir Gotham", ein Analyse-Tool, das von amerikanischen Sicherheitsbehörden für predictive policing verwendet wird und für seine teils rassistischen Voraussagen kritisiert wurde. Auch die Polizeibehörden in Hessen und Nordrhein-Westfalen nutzen Palantir Gotham, in Bayern wird das Programm gerade geprüft. Am 16. Februar erklärte das Bundesverfassungsgericht Regelungen in Hessen und Hamburg "zur automatisierten Datenanalyse für die vorbeugende Bekämpfung von Straftaten" für verfassungswidrig.

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