Wozu brauchen wir die SPD?Die verdammte Partei

Lesezeit: 7 Min.

Ein halbes Jahrhundert nach Willy Brandt stellt die SPD mit Olaf Scholz wieder den Kanzler. Ihr Stimmanteil hat sich jedoch fast halbiert.
Ein halbes Jahrhundert nach Willy Brandt stellt die SPD mit Olaf Scholz wieder den Kanzler. Ihr Stimmanteil hat sich jedoch fast halbiert.
Collage: SZ

Triumph und Tragik der Sozialdemokraten: Wie die SPD fast immer auf die Schnauze kriegt - ein historisches Kalenderblatt zum Wahlerfolg Willy Brandts im November 1972 .

Von Willi Winkler

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Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen war auf den greisen Kaiser geschossen worden, ein Majestätsverbrechen, die Kronprinzessin wusste genau, dass niemand anderes als der "wild wuchernde Kommunismus" dahintersteckte. Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck jubilierte: "Jetzt habe ich die Kerle, jetzt drücke ich sie an die Wand, bis sie quietschen." Am 18. Oktober 1878 wurde das "Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" erlassen, und Bismarck war seine gefährlichsten Gegner los: "Vereine, welche durch sozialdemokratische, sozialistische und kommunistische Bestrebungen den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung bezwecken, sind zu verbieten."

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