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"Romeo und Julia" in Stuttgart:Das Herz ist ein geräumiger Friedhof

Ein Sarg wird zum Liebesbett: Julia (Nina Siewert) und Romeo (Jannik Mühlenweg) nutzen ihre letzten glücklichen Stunden miteinander, bevor es unter die Erde geht.

(Foto: Thomas Aurin/Schauspiel Stuttgart)

Poetisch und Grotesk: Polit- und Krawall-Regisseur Oliver Frljić inszeniert am Schauspiel Stuttgart William Shakespeares "Romeo und Julia" - und verzichtet dabei auf viel Originialtext.

Im Scheinwerferlicht erblicken sich Romeo und Tybalt. Sie stürzen aufeinander los, reißen sich die Kleider vom Leib: Der Kuss zwischen ihnen könnte nicht besser Hass und Liebe, Aversion und Hingabe vereinen. Mal ehrlich, wer liebt seinen innigsten Rivalen nicht? Und dann folgt ein Satz aus Tybalts Mund, den keiner dort vermutet hätte: Verleugne deinen Namen, lieb nur mich. Moment - so viel Wissen darf man verlangen - das ist doch Julias Satz!

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