Mariette Navarro: "Über die See":Die Kapitänin

Lesezeit: 4 min

Mariette Navarro: "Über die See": Mitten im Nichts springen die Männer in Mariette Navarros Roman von ihrem Containerschiff in den Ozean.

Mitten im Nichts springen die Männer in Mariette Navarros Roman von ihrem Containerschiff in den Ozean.

(Foto: Lina Moiseienko/mauritius images/Alamy Stock Photos)

Einmal aussteigen: Mariette Navarros charismatischer Roman "Über die See".

Von Marie Schmidt

Eine Frau, die konzentriert arbeitet, ist ein seltsam seltenes literarisches Motiv. Diese hier kennt die technischen Details ihres Jobs, plant immer schon voraus, was als nächstes passiert, und erledigt die emotionale Arbeit nebenbei, horcht im Lachen ihrer Mitarbeiter nach, ob es falsche Töne gibt, Machtkämpfe vielleicht. Sie sichert sich mit jedem Handgriff ihre Souveränität, man verlässt sich auf sie: "Man weiß, dass alles klar geregelt ist, dass die zwischenmenschliche Mechanik genauso reibungslos funktioniert wie der dröhnende Motor, dass man sich auf eine Überfahrt ohne Stürme einstellen kann."

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Familienküche
Essen und Trinken
»Es muss nicht alles selbstgemacht sein«
Medizin
Ist doch nur psychisch
Elternschaft
Mutterseelengechillt
Illu Wissen
Psychologie
Was einen guten Therapeuten ausmacht
Digitalisierung
KI, unser Untergang?
Zur SZ-Startseite