Schneller Ruhm

Das erste wichtige Dylan-Album ist sein zweites: "The Freewheelin' Bob Dylan". Das ein gutes Jahr zuvor, Mitte März 1962, erschienene unbetitelte Debüt macht den 20-Jährigen zwar als Hoffnungsträger des Folk bekannt, verkauft sich aber nur gut 5000 Mal. Es enthält vor allem Cover und zeigt ihn noch als ungeschliffenen Anfänger. Erst "The Freewheelin'" bringt den Durchbruch. Mit selbstgeschriebenen, inzwischen zum Weltkulturerbe zählenden Hymnen wie "Blowin' In The Wind", "Masters Of War" oder "A Hard Rain's A-Gonna Fall" wird Dylan als Protestsänger berühmt. Soviel zur Wissenschaft. Wirklich verblüffend ist, wie frisch das Album, auf dem sich Dylan nur mit seiner Gitarre und Mundharmonika begleitete, noch immer klingt. Nicht wegen, sondern trotz der Klassiker. Vollendet minimalistisch arrangierte Songs wie "Down The Highway" oder "Oxford Town" zeigen ihn als den brillanten Gitarristen, der er nie gewesen sein soll.

Im Bild: Bob Dylan an der akustischen Gitarre, 1963 Von Jens-Christian Rabe

Bild: AP 13. Oktober 2016, 14:422016-10-13 14:42:38 © SZ am Wochenende vom 21./22. Mai 2011/rus/doer