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Sanierung Schauspielhaus und Oper Köln:Theater und kein Ende

Oper und Schauspielhaus in Köln

Hätten eigentlich schon 2015 wiedereröffnet werden sollen: Oper und Schauspielhaus in Köln.

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Schon seit Jahren gibt es Probleme und Planungschaos - nun sollen die Bauarbeiten erst 2024 abgeschlossen werden.

Von Alexander Menden

Die Sanierung der Kölner Oper und des Schauspielhauses am Offenbachplatz verlängert sich voraussichtlich um ein weiteres halbes Jahr und wird erneut deutlich teurer. Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte, es gebe bei den Bauarbeiten "sehr gute, aber auch weniger gute Nachrichten". Zu den weniger guten gehört sicherlich, dass die ursprünglich auf 253 Millionen Euro geschätzten Gesamtkosten für die Sanierung der Kölner Bühnen sich mehr als verdreifachen werden: Die Baukosten steigen auf mindestens 618 Millionen; bei Eintritt aller Risiken könnten es auch 644 Millionen werden. Hinzu kommen Finanzierungs- sowie Pacht- und Mietkosten für die provisorischen Spielstätten von insgesamt 260 Millionen. Unterm Strich werden somit zwischen 878 Millionen und 904 Millionen Euro stehen.

Bernd Streitberger, ehemaliger Baudezernent der Stadt und mittlerweile technischer Betriebsleiter der Kölner Bühnen, möchte das fertig sanierte Opernhaus nun im März 2024 schlüsselfertig übergeben, statt wie zuletzt geplant im dritten Quartal 2023. Die zweite weniger gute Nachricht lautet somit: Die Bauzeit verzögert sich um insgesamt neun Jahre.

Die Sanierungsarbeiten am denkmalgeschützten Opernhaus begannen im Juni 2012. Die Neueröffnung sollte 2015 stattfinden. Doch im Sommer 2015 entstand Chaos beim Versuch, die Haustechnik einzubauen. Man habe damals "alles auf null stellen und im Prinzip komplett von vorn beginnen" müssen, erklärte Henriette Reker nun. Ein Gutachten benannte unzählige Fehler bei Planung und Bauaufsicht.

Noch steht die Absegnung der neuen Zahlen durch den Rat der Stadt aus, sie darf allerdings als sicher gelten. Die Kölner Oberbürgermeisterin ist parteilos, wird jedoch von den Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und der CDU unterstützt. Die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Mia Helmis, sprach angesichts der erneuten Budgeterhöhung von einem "Fass ohne Boden". "Die ständigen Verzögerungen und Kostenexplosionen beschädigen das Vertrauen in die Stadt schwer", so Helmis. Der Interimsspielbetrieb der Oper im Staatenhaus am Rheinpark sowie der des Theaters im Depot an der Schanzenstraße ist bis zum Dezember 2022 durch Ratsbeschlüsse abgesichert. Eine Spielzeit kostet hier erfahrungsgemäß zwischen neun und zehn Millionen Euro.

© SZ/freu
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