Kafka-Jubiläum:Zirkus Kafka

Kafka-Jubiläum: Kafkas Hungerkünstler imaginiert sich als Artist in "Wie ein Hund" von Danijel Žeželj.

Kafkas Hungerkünstler imaginiert sich als Artist in "Wie ein Hund" von Danijel Žeželj.

(Foto: Avant Verlag)

"Das Insekt selbst kann nicht verbildlicht werden": Franz Kafka hat sich die Visualisierung seiner Geschichten verbeten. Die Comics von heute führen sein Werk zu neuer Freiheit.

Von Fritz Göttler

Sollte ein Autor verantwortlich sein für das Wohlergehen seiner Leser? "Sie haben mich unglücklich gemacht", wendet sich Rat suchend ein Leser an Franz Kafka angesichts dessen Erzählung "Die Verwandlung", viele Jahre - und einen Weltkrieg - nach deren Erscheinen im Jahr 1912. Der Leser hatte seinen Kusinen die "Verwandlung" gekauft, die haben sie nicht kapiert und er soll ihnen die Erzählung erklären. "Aber ich bin ratlos, Herr! Ich habe Monate hindurch im Schützengraben mich mit den Russen herumgehauen und nicht mit der Wimper gezuckt. Wenn aber mein Renommee bei meinen Kusinen zum Teufel ginge, das ertrüge ich nicht. Nur Sie können mir helfen. Sie müssen es; denn Sie haben mir die Suppe eingebrockt. Also bitte sagen Sie mir, was meine Kusine sich bei der Verwandlung zu denken hat. Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst Dr. Siegfried Wolff."

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Wann man ihn lesen soll? Bitte nicht als Student oder Deutschlehrer, wenn man Literatur längst hasst. Sondern als junger, formbarer, "Wu-Tang Clan" hörender Mensch.

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