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Judenverfolgung:Der lange Weg in die Heimat

Harry Heber mit seiner Schwester Ruth und seinen Eltern, die in Innsbruck ein Bettengeschäft besaßen, auf einer undatierten Aufnahme.

(Foto: World Jewish Relief)

Harry Heber ist sieben Jahre alt, als er mit seiner Schwester mit den "Kindertransporten" aus Hitlers Reich nach Großbritannien flieht. Er kennt weder Land noch Sprache und wird von der Schwester getrennt.

Als Harry Heber in den Fünfzigerjahren zum ersten Mal seit dem Krieg nach Wien zurückkehrte, nahm er an einer Bus-Tour teil. Irgendwann begann die Reiseführerin, der internationalen Touristengruppe zu erklären, Österreich sei 1938 "eines der ersten Opfer der Nazis" gewesen. Heber hielt es nicht mehr auf seinem Sitz: "Ich habe gerufen: Ihr wart keine Opfer der Nazis, ich war eins. Ich war hier, als sie einmarschiert sind, und ich kann von Glück reden, dass ich noch rechtzeitig rausgekommen bin, sonst wäre ich nicht mehr am Leben!" Man kann sich die Heftigkeit, mit der diese Zurechtweisung aus Harry Heber herausbrach, noch heute vorstellen, wenn man ihm gegenübersitzt: Ein kleiner, wacher 87-Jähriger, der ebenso lebhaft wie nachdrücklich aus seinem Leben erzählt.

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