"jedermann (stirbt)" am Wiener Burgtheater Diese manische Angst vor dem Sterben

Dauer(b)renner: Jedermann (Markus Hering) im Hamsterrad des Lebens.

(Foto: Georg Soulek/Burgtheater)

Wiederbelebung einer berühmten Theaterleiche: Ferdinand Schmalz hat für das Wiener Burgtheater einen furiosen neuen "Jeder­mann" geschrieben.

Von Wolfgang Kralicek

Sterben muss jeder. "Jedermann" aber darf nicht sterben. Seit bald hundert Jahren wird Hugo von Hofmannsthals "Spiel vom Sterben des reichen Mannes" jeden Sommer auf dem Salzburger Domplatz aufgeführt. Die stets ausverkauften Vorstellungen sind mehr archaisches Ritual als zeitgenössische Theaterkunst, und es hat schon seine Gründe, dass das bereits zur Entstehungszeit altmodische Knittelversdrama außerhalb der Salzburger Festspiele so gut wie nie auf die Bühnekommt.

Umso überraschender war es, dass die Direktorin des Wiener Burgtheaters, Karin Bergmann, bei ihrem Amtsantritt ...