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"Keine Zeit zu sterben":Nachdreh für James Bond

James Bond: Daniel Craig als 007 in "Keine Zeit zu sterben"

Daniel Craig wollte sich 2015 die Pulsadern aufschneiden, wenn er nochmal einen Bond drehen muss. Es ist immer wieder irre lustig, was Schauspieler so daherreden.

(Foto: Nicole Dove/Universal Pictures /dpa)

Der Film kann wegen Corona nicht ins Kino. Jetzt drohen Werbedeals zu platzen, weil das Product Placement veraltet.

Von David Steinitz

Leiden unter dem Lockdown in der Hollywoodversion: Weil die Produzenten des James-Bond-Films "Keine Zeit zu sterben" den Kinostart wegen der Pandemie immer wieder verschieben - zuletzt von April auf Oktober -, müssen sie einzelne Szenen vermutlich noch mal drehen. Das berichtet zumindest die britische Zeitung The Sun.

Das Problem: Jeder Bond-Film wartet mit den neuesten luxuriösen Markenprodukten des Geheimagenten wie Uhren oder Smartphones auf, mit dem die Produzenten Geld durch Product Placement verdienen. Nur seien die Gerätschaften des neuen Films leider langsam nicht mehr neu, weil er wieder und wieder verschoben werden muss. Und deshalb, schreibt die Sun unter Berufung auf einen Insider bei der Produktion, drohten die lukrativen Werbedeals zu platzen. Folglich sollen die Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson derzeit seufzend über einen Nachdreh sinnieren.

Konkret gehe es vor allem um eine Szene, in der Bonds legendärer Quartiermeister Q ihm seine neue Ausrüstung überreicht. Die Details der Markendeals werden streng geheim gehalten, der Insider der Sun behauptet aber, es ginge um Produkte von Nokia, Omega, Adidas und Bollinger-Champagner. Wie genau Letzterer zu alt werden könne, um im Film aufzutauchen, wird nicht kolportiert.

Kaufangebote von Streamingdiensten wie Apple und Netflix für den Film sollen die Bond-Macher abgelehnt haben

Auf jeden Fall wäre der Nachdreh das i-Tüpfelchen in der katastrophalen Produktionsgeschichte dieses Films. Die begann zunächst damit, dass die Produzenten stolz den Oscar-Preisträger Danny Boyle als Regisseur präsentierten, der dann aber im Streit hinschmiss und seinen Drehbuchautor gleich mitnahm.

Es folgte ein hektisches Skript-Gemurkse mehrerer Autoren. Das Ergebnis muss leidlich zufriedenstellend gewesen sein, denn kurz vor Drehstart wurde die britische Schauspielerin und Autorin Phoebe Waller-Bridge engagiert, um das Ding noch mal nachzupolieren. Regie führte schließlich Cary Fukunaga ("True Detective"). Ob ihm die Mission gelungen ist, weiß aber kein Mensch, weil der Kinostart nun schon dreimal verschoben wurde.

Branchenmagazine wie Variety berichteten zwischenzeitlich sogar, die Bond-Macher hätten sich in ihrer Verzweiflung die Kaufangebote von Streamingdiensten wie Apple und Netflix angehört, aber dann doch immer abgelehnt. Kinostart nach derzeitigem Stand ist also im Oktober. Vielleicht sogar mit neuen Schuhen und Champagner. Cheers!

© SZ/khil
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